Fachforum
Naturheilpraxis 03/2021

Hashimoto-Thyreoiditis – ein getriggerter Autoimmunprozess?

Naturheilkundliche Behandlungsansätze

Das Endresultat der Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Zerstörung des Schilddrüsengewebes durch den fehlgeleiteten Immunprozess. Welche Mechanismen die Immunreaktion auslösen, ist bisher noch weitgehend unbekannt bzw. wissenschaftlich nicht erwiesen. Häufig hat die Erkrankung Auswirkungen auf den gesamten Organismus einschließlich Hormonsystem, wobei der Verlauf individuell sehr stark variieren kann.

Ein Beitrag von Susanne Rothörl
Lesezeit: ca. 9 Minuten
Shidlovski / shutterstock.com

Die Hashimoto-Thyreoiditis (Synonym: chronische lymphozytäre Thyreoiditis, Autoimmunthyreoiditis) ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führt. Sie ist die häufigste Ursache einer Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion). Seit der erstmaligen Beschreibung des Krankheitsbildes im Jahre 1912 von dem in Berlin tätigen japanischen Chirurgen Hakaru Hashimoto nimmt die Krankheit stetig zu. Mittlerweile leiden in Deutschland Millionen an der Autoimmunerkrankung. Frauen in der 3.–5. Lebensdekade sind in etwa 10- bis 20-mal häufiger betroffen als Männer.

Diagnostische Zusammenhänge

Die Schilddrüse (Glandula thyreoidea) ist wie ein „H“ geformt, befindet sich vor der Luftröhre und lässt sich in der Regel gut tasten. Ihre Aufgabe ist die Regelung der Stoffwechselvorgänge durch eine Steigerung der Sauerstoffaufnahme in die Zellen unter Verbrauch von Jod. Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Es wirkt als Bestandteil der Schilddrüsenhormone. 98 % des vom Körper aufgenommenen Jods gelangen in die Schilddrüse zur Hormonbildung und zur Speicherung.