Seinem Sturkopf und einem verwehrten Lehramtsstudium verdanken wir die vielleicht bedeutendsten Grundlagen der Genetik. Weil ein missgünstiger Dozent Gregor Mendel aus persönlichen Gründen durch die Aufnahmeprüfung fallen ließ, setzte sich dieser in den Kopf, die Welt von der Wichtigkeit seiner Forschung zu überzeugen.

Die frühen Jahre

Am 22. Juli 1822 erblickt Gregor Johann Mendel das Licht der Welt. Sein Geburtsort Heinzendorf bei Odrau liegt heute im Westen Tschechiens und gehörte früher zu Österreichisch-Schlesien. Seine Eltern Anton und Rosina Mendel verdienen sich ihren Lebensunterhalt als kleine Obstbauern. Ganz wie ihre Vorfahren: Die Linie der Mendels lässt sich bis 1525 nach Württemberg zurückverfolgen. Schon die damaligen „Mendele“ lebten auf nicht allzu großem Fuß – Mendele leitet sich vom Begriff „Männchen“ ab.
Da auch in Mendels Familie das Geld knapp ist, müssen sowohl Gregor als auch seine jüngeren Schwestern Veronika und Theresia auf der Plantage mithelfen. So lernt der junge Mendel schon von klein auf, wie man Obstbäume richtig veredelt.
Aufgrund seiner ausgezeichneten schulischen Leistungen an der Dorfschule kann Gregor das Gymnasium in Troppau besuchen. Der dortige Schulleiter Faustin Ens richtet an der Schule ein naturkundliches Museum ein, das später berühmt wird. So erhält Gregor die Möglichkeit, sein ohnehin breites Wissen zu vertiefen. Ab dem 16. Lebensjahr muss er sich allerdings selbst seine Existenz sichern, indem er nebenbei als Privatlehrer tätig ist. 1840 verlässt er mit Auszeichnung das Gymnasium und studiert am Philosophischen Institut der Universität Olmütz.