Reduziertes Glutathion (GSH) stellt das wichtigste intrazelluläre Antioxidans dar. Die Gewebespiegel des reduzierten Glutathions sind von außerordentlicher Bedeutung für die optimale Funktion der Zellen und den Schutz vor Umweltschadstoffen. Der Beitrag fasst alle wichtigen Informationen zum Glutathion zusammen.

Schutz vor freien Radikalen

Freie Radikale sind reaktionsfreudige Verbindungen, die in größeren Mengen vor allem in den Mitochondrien entstehen. In den sogenannten Kraftwerken der Zelle werden Nährstoffe unter Sauerstoffverbrauch (aerob) oxidiert. Die freiwerdende Energie wird genutzt, um das Adenosintriphosphat (ATP) zu regenerieren. ATP ist der universelle Energieträger der Zelle und somit lebenswichtig. Als Nebenprodukte der aeroben Energiegewinnung werden jedoch größere Mengen Superoxidradikale gebildet, die sehr reaktiv sind und Zellstrukturen irreversibel schädigen können. Die Zellen verfügen über antioxidative Schutzenzyme (Superoxiddismutasen), um Superoxid zu dem weniger reaktiven Peroxid abzubauen. Durch das Enzym Glutathionperoxidase kann das entstehende Peroxid zu Wasser entgiftet werden. Bei dieser Reaktion wird reduziertes Glutathion benötigt, das in der Folge wiederum oxidiert wird. Das oxidierte Glutathion kann durch das Enzym Glutathionreduktase wieder reduziert und damit regeneriert werden. Ausreichende Glutathionkonzentrationen sind eine Voraussetzung für die optimale Funktion des Glutathionperoxidase-Systems. Eine unzureichende Kapazität dieses zentralen Zellschutzes führt zu einem Anstieg der Peroxid-Konzentrationen. In der Folge können größere Mengen Hydroxylradikale entstehen, die vor allem die empfindlichen Membranstrukturen (Lipide) angreifen (s. Abb. 1).