Ginkgo biloba ist ein ungeheuer widerstandsfähiger Baum, der schon rund 300 Millionen Jahre überdauert und sich dabei kaum verändert hat. Unzählige Mythen ranken sich um den Ginkgo und seine Heilkräfte. Seit jeher fasziniert er Menschen – sogar Goethe wurde von einem Ginkgo inspiriert.

Im Buch Suleika des „West-östlichen Divans“ von Johann Wolfgang von Goethe findet sich ein kurzes Gedicht, das von der zweilappigen Form des Ginkgoblattes inspiriert ist (1). Dieses Gedicht widmete Goethe im hohen Alter seiner späten Muse und Freundin – der ihm sehr verbundenen jungen adeligen Marianne von Willemer. Goethe verfasste es nach einem gemeinsamen romantischen Spaziergang im Heidelberger Schlosspark, für den sich die beiden unter einem Ginkgobaum im Park getroffen hatten.

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.