Kochen ohne zu würzen, ist schon immer eine fade Angelegenheit gewesen, beweisen archäologische Funde aus der Zeit von ca. 6000 v. Chr. Ähnlich alt ist die Erkenntnis, dass Gewürzpflanzen besondere Heilkraft innewohnt. Genuss wie Gesundheit sind Gründe genug, um einmal um die Welt zu reisen und zu verstehen, weshalb Gewürze lange Zeit wie Gold gehandelt wurden, hoch geschätzt und hart erkämpft. 500 Jahre ist das jetzt her. Ihre Wirkung ist ungebrochen: In vieler Hinsicht tun Gewürze Menschen wie Essen gut.

Gewürze zu verwenden, die aus Samen, Blüten, Früchten, Blättern und Wurzeln von Pflanzen gewonnen werden, ist wahrscheinlich so alt wie das Kochen selbst. In Überresten antiker Pfahlbauten wurde beispielsweise Kümmel nachgewiesen. In Europa stammen die ältesten Kenntnisse, Pflanzen als Würzmittel zu verwenden, vermutlich aus der Jungsteinzeit. Funde in neolithischen Gräbern und Höhlen weisen darauf hin, dass Köche von einst Speisen mit Kräutern verfeinert haben. In Mesopotamien, jener Kulturlandschaft in Vorderasien, die durch die großen Flusssysteme des Euphrat und Tigris geprägt wird, finden Archäologen mit drei Tontafeln aus der Zeit um 1750 v. Chr. die ersten schriftlichen Zeugnisse: Mehr als 30 Kochrezepte sind auf ihnen notiert, auffallend oft haben Köche der Antike mit Knoblauch, Kümmel und Koriander gewürzt.