Kaum vorstellbar, dass die Oberfläche unseres Darms mit einer Länge von sechs bis acht Metern etwa 400 Quadratmeter Oberfläche misst, während die Hautoberfläche eines erwachsenen Menschen lediglich etwa eineinhalb bis zwei Quadratmeter beträgt. Genau betrachtet gehört die große Kontaktfläche des Verdauungstrakts zur Außenwelt, denn hier trifft die Nahrung auf den Darm, um letztendlich aufgenommen zu werden. Die Darmschleimhaut ist ein Schutzschild des Körpers. Nur zu verständlich, dass in diesem fein aufeinander abgestimmten System auch einiges schieflaufen kann.

Für die riesige Oberfläche des Darms sorgen die vielen Auffaltungen der Darmschleimhaut, die sogenannten Zotten und Mikrovilli, die sich vor allem im mittleren Dünndarm befinden. Da sich im Darm Außen- und Innenwelt treffen, müssen zum Schutz des Körpers drei Schutzbarrieren gut funktionieren: 

1. Darmbakterien

Wir sind nicht allein! Im schützend über der Darmschleimhaut liegenden Mukos, dem Darmschleim, lebt der größte Teil der etwa 100 Billionen Darmbakterien. Optimalerweise ist der Mukos dicht mit physiologischen Darmbakterien besiedelt, denn nur so finden schädliche Keime dort keinen Platz mehr. Dies bezeichnet man als Kolonisations-Resistenz. Wir beherbergen also mindestens zehnmal so viele Bakterien im Darm wie Zellen im Körper.