Frauen, die während der Schwangerschaft einen Diabetes entwickeln, haben in den Folgejahren ein erhöhtes Verkalkungsrisiko der Koronararterien – selbst wenn sich ihr Blutzucker nach der Entbindung wieder dauerhaft normalisiert. Frühere Studien hatten gezeigt, dass von Gestationsdiabetes betroffene Frauen in den Folgejahren 4- bis 7-mal häufiger einen Typ-2-Diabetes und infolgedessen auch häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln. Die Ergebnisse der prospektiven Beobachtungsstudie CARDIA haben nun erstmals offenbart, dass das Herz-Kreislauf-Risiko auch bei Frauen signifikant erhöht ist, die nach der Schwangerschaft keine erhöhten Blutzuckerwerte mehr aufweisen. Insbesondere das Risiko für Verkalkungen in den Koronararterien und damit zusammenhängend das Risiko für eine koronare Herzkrankheit (KHK) ist bei ihnen erhöht (adjustierte Hazard Ratio (HR) von 2,34). Damit liegt das Risiko dieser Gruppe im selben Bereich wie das derjenigen Frauen, die in den Jahren nach dem Gestationsdiabetes einen Typ-2-Diabetes entwickeln. In der Nachsorge eines Gestationsdiabetes sei es daher wichtig, neben dem Blutzucker auch andere Stoffwechselparameter im Auge zu behalten, um Stoffwechselstörungen frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

Quelle

Ärzteblatt. n.rpv.media/2vw