Aktuelles & Politik
Naturheilpraxis 02/2022

Gehör in der Politik

Das System der "Einflussnahme auf Parlamentsmitglieder", so die Definition von Lobbyismus, wurde jahrelang vernachlässigt. Natürlich wurden und werden politische Kontakte gepflegt, aber unter Lobbyarbeit versteht man die ständige Anwesenheit in allen politischen Gremien und bei Zusammenkünften sowie eine regelmäßige Darstellung und Aufklärung unseres Berufsstandes und unserer Verfahren. Dies setzt ein ganzes Heer von ständigen Lobbyisten voraus, die sich die Heilpraktikerschaft nur bedingt leisten kann.

Ein Kommentar von Peter Germann
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Die politische Lobbyarbeit der Heilpraktikerschaft könnte besser sein. Ehrlich gesagt, diese Vorgehensweise liegt mir auch nicht. Die Praxen liefen, die Patienten waren und sind zufrieden, es geschehen nahezu keine „naturheilkundlichen Zwischenfälle“ – kurzum, alle direkt Beteiligten waren und sind zufrieden. Warum also eine aufwendige ständige Präsenz im staatlichen System zeigen?

Doch für diesen ständig zu höhlenden Stein kann jeder Heilpraktiker etwas dazu tun; auf seine eigene Art und Weise, je nach seinen Kontaktmöglichkeiten. Es wird häufig gefragt: „Was tun denn unsere Verbände dafür?“ Ich möchte die Frage einmal umdrehen: „Was tut denn der Fachkreis dazu?“ Die Verbände sind nicht der Fachkreis, sie vertreten ihn. Jeder einzelne von uns kann zur politischen Lobbyarbeit beitragen. Es sind die kleinen Schritte vor Ort, die zu einem besseren Verständnis aufseiten der Politik für unsere Denk- und Arbeitsweisen führen. Berufspolitische Darstellungen müssen sicherlich von den Verbänden übernommen werden, sie sollten fundiert und einheitlich sein, aber zu den Arbeitsweisen der Heilpraktiker kann jeder Niedergelassene etwas sagen. Es kann nicht sein, dass Politiker die Heilpraktiker als „Blackbox“ bezeichnen, „wo niemand weiß, was die tun.“

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Naturheilpraxis 02/2022

Erschienen am 01. Februar 2022