Die Atmung ist für den Gasaustausch notwendig. Zugleich unterstützt sie die Stabilität und Beweglichkeit des Rumpfes sowie die Funktionen der inneren Organe unter- und oberhalb des Zwerchfells. Mit Techniken der Ortho-Bionomy lassen sich Belastungen des Zwerchfells und der Atemhilfsmuskulatur erkennen und behandeln. Dadurch bessern sich Beschwerden des Respirationstraktes und des Bewegungsapparates.

Innere und äußere Komponenten der Atmung und der Zwerchfellbewegung

Im Vergleich zu den Funktionen der Lunge und der Bronchien stoßen die Atem- und Atemhilfsmuskeln in der klinischen Medizin oft auf weniger Interesse. Dabei unterstützt das Zwerchfell während der Einatmung die Atemhilfsmuskeln: M. pectoralis major und minor, Mm. scaleni, Mm. intercostales und der M. trapezius (1). Die Ausatmung erfolgt bei Gesunden durch das Zusammenziehen der elastischen Lunge.

Phrenicusverletzungen können die Innervation des Zwerchfells komplett unterbinden. Auch viszerale und parietale Faktoren führen häufig zu funktionellen Zwerchfellbelastungen. Zudem stören Erkrankungen der Oberbauchorgane, der Lungen und des Herzens reflektorisch die Zwerchfellfunktion. So hemmt eine Cholangiopathie die Atemexkursion unwillkürlich, um Schmerzen zu vermeiden. Ob Keuchhusten oder COPD – das Zwerchfell wird in Mitleidenschaft gezogen. Gleichzeitig brauchen die benachbarten Organe eine regelrechte Zwerchfellaktion, die ihre eigenen Funktionen unterstützt.