Panorama
Naturheilpraxis 11/2022

Frühere Prägung Ursache für Long-COVID

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Fast 20 % aller Corona-Erkrankungen weisen einen Verlauf mit langanhaltenden Symptomen (Post-Acute Sequelae of Covid, PASC) auf. Forscher suchen daher intensiv nach den möglichen Mechanismen und vermuten als Ursache eine Viruspersistenz, also dass der Erreger noch im Organismus ist, oder eine Störung des Immunsystems. Im Zusammenhang mit schweren COVID-19-Verläufen wird immer wieder die Möglichkeit der immunologischen Prägung diskutiert, denn die Antikörperreaktion auf saisonale Coronaviren ist dabei angereichert. Die Forscher erstellten dazu ein umfassendes Antikörperprofil gegen SARS-CoV-2 und andere endemische Erreger oder routinemäßig eingesetzte Impfstoffantigene. Dabei entdeckten sie eine mögliche allgemeine Abschwächung der SARS-CoV-2-Spike-spezifischen Immunität bei Personen mit rheumatischen Erkrankungen. Auch Impfstoffantigene, Herpesviren, Cytomegalovirus und andere Coronaviren sowie humaninfizierende Krankheitserreger wurden untersucht. Die Analysen zwischen PASC- und Nicht-PASC-Personen ergaben signifikant unterschiedliche Gesamtkörperprofile. Auch scheinen verstärkt funktionelle OC43-spezifische Reaktionen typisch bei Probanden zu sein, die PASC entwickelten. Hier beobachteten die Forscher ebenfalls Anzeichen auf eine mögliche immunologische Prägung, die zu einer ineffizienten SARS-CoV-2-Immunität führen könnte. Forscher halten es für möglich, dass eine OC43-spezifische Immunität, die durch Kontakt mit dem SARS-CoV-2-Antigen verstärkt wird, eine Corona-Infektion weniger effektiv kontrollieren und zu anhaltenden Entzündungen und Long-COVID-Symptomen führen kann.

Quelle

Pharmazeutische Zeitung. n.rpv.media/5cy

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