Aktivität im Freien, Massage- und Berührungstherapie sowie Musik beruhigen agitierte und aggressive Demenzkranke besser als Medikamente. Zu diesem Schluss kommt eine kanadische Metaanalyse, die 163 Studien mit mehr als 23 000 Demenzkranken ausgewertet hat. In den Studien wurden meist pharmakologische und nichtpharmakologische Interventionen mit Placebos oder üblichen Betreuungsmethoden verglichen. Als Maß für die jeweils feststellbare Effektstärke wurde in der Metaanalyse die standardisierte mittlere Differenz (SMD) gewählt. Anhand der Effektstärke wurden indirekte Vergleiche zwischen den einzelnen Interventionen gezogen. Die meisten Interventionen wiesen moderate bis starke Effekte auf, wenn sie mit Placebos oder der üblichen Betreuung verglichen wurden. In der indirekten Analyse wiesen die nichtpharmakologischen Interventionen jedoch durchgehend stärkere Effekte auf als pharmakologische Interventionen, z. B. mit Antipsychotika. Bei körperlichen Aggressionen hatte Aktivität im Freien die höchste Wirksamkeit, gefolgt von Lebensstilmodifikationen. Bei verbalen Aggressionen zeigten Massage- und Berührungstherapien in Kombination mit Musik die größten Erfolge. Bei kombinierter Agitation und Aggression ist Aktivität im Freien am wirksamsten.