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Naturheilpraxis 07/2022

Folgen von Infektionen: chronische Beschwerden

Die Folgen von Infektionen sind nicht nur "infektionsbedingt", sondern weitaus häufiger ist der daraufhin zu verzeichnende Symptomenkomplex eine sehr individuelle Reaktion des Patienten aufgrund seiner bisherigen Ontogenese. Von der Art der Infektion unabhängig, können bisher unterschwellige Prozesse aktiviert werden, welche dann fälschlicherweise als Spätfolgen definiert werden. Werden diese Bilder infektionsspezifisch angegangen, erzielt man nur einen mäßigen bis gar keinen therapeutischen Erfolg.

Ein Beitrag von Gudrun Zeuge-Germann und Peter Germann
Lesezeit: ca. 6 Minuten
Rost9 / shutterstock.com

Natürlich kann es auch zu einer Mischsymptomatik kommen, also infektionsbedingten Spätbildern in der Kombination mit individuellen neuen Faktoren, die durch den Krankheitsreiz aktiviert worden sind. „Flöhe schließen Läuse nicht aus“ ist eine alte Medizinweisheit. Sehen wir die Disposition als eine Bandbreite, dann ist es ein Unterschied, ob wir mit unserer Reaktionslage an der Basis oder kurz unter der Grenze der Diathese stehen. Bei Letzterem reicht oft nur ein kleiner Reiz aus, der das bisher kompensierte Geschehen entgleisen lässt. Der Auslöser ist häufig austauschbar: Das kann eine Impfung, ein größerer Eingriff seitens der Zahnmedizin oder eben eine Infektion sein. Der bisher mehr oder weniger stumme Prozess wird aktiviert und fälschlicherweise als infektionsbezogen definiert – „vorher war das ja nicht!“

Fassen wir die unterschiedlichen Reaktionsmöglichkeiten nach einer Infektion zusammen, so könnten diese

  • infektionsbedingt sein, also im direkten Zusammenhang mit der ablaufenden oder abgelaufenen Infektion stehen,
  • durch vorher schon vorhandenen chronischen Erregerbefall hervorgerufen sein, die durch den akuten Prozess aktiviert wurden oder
  • von unterschwelligen, bisher mehr oder weniger gut kompensierten, sonstigen Krankheits- oder Dysregulationsprozessen stammen.

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Naturheilpraxis 07/2022

Erschienen am 01. Juli 2022