Die Flavonole Kaempferol, Isorhamnetin und Myricetin senken möglicherweise das Risiko für eine Erkrankung an Morbus Alzheimer. Wissenschaftler aus Chicago haben jetzt festgestellt, dass die Testpersonen, die die größten Mengen dieser Pflanzenstoffe zu sich nahmen, ein um 48 % geringeres Erkrankungsrisiko hatten als diejenigen, die sie am wenigsten verzehrten. Zu diesem Ergebnis kamen sie nach Auswertung der Daten von 921 Senioren mit einem Durchschnittsalter von 81 Jahren, die am Rush Memory and Aging Project (MAP) teilnehmen. Sie absolvieren seit 1997 jedes Jahr neurologische Tests und waren zu Studienbeginn demenzfrei. Ihr Ernährungsverhalten wird regelmäßig über Fragebögen erfasst. 220 Teilnehmer erkrankten an Alzheimer. Am meisten konnte die Aufnahme von Kaempferol das Erkrankungsrisiko reduzieren. Die Studienteilnehmer nahmen es vor allem in Form von Bohnen, Brokkoli, Grünkohl, Spinat und Tee auf. Grünkohl und Tee waren zusammen mit Orangen, Tomaten und Wein relevante Myricetin-Quellen, Birnen, Olivenöl, Tomaten und Wein die wichtigsten Isorhamnetin-Lieferanten. Der Quercetin-Konsum beeinflusste das Alzheimer-Risiko der Teilnehmer nicht. Unklar ist, inwieweit die beobachteten Assoziationen auf die Wirkungsweise von Flavonolen zurückgeführt werden können. Von Flavonolen ist bisher nur bekannt, dass sie antioxidativ und antiinflammatorisch wirken. Die Forscher raten dennoch dazu, reichlich grünes Blattgemüse zu essen und Tee zu trinken, um die kognitiven Fähigkeiten zu erhalten. Autorin: Sabine Ritter