Eine Studie legt nahe, dass junge Erwachsene, die über 20 Jahre hinweg täglich vier oder mehr Stunden fernsehen, im mittleren Lebensalter ein signifikant geringeres Volumen der grauen Substanz aufweisen als diejenigen mit moderatem oder geringem Fernsehkonsum. Zu diesem Ergebnis kamen kalifornische Forscher auf dem internationalen Alzheimerkongress in Chicago. Einen kausalen Zusammenhang vorausgesetzt, könnte ein übermäßiger Fernsehkonsum also das Demenzrisiko steigern.
Zu Beginn der 25-jährigen Langzeitstudie unterzogen sich 700 Studienteilnehmer einem strukturellen Hirn-MRT. Im Schnitt sahen die Probanden täglich 2,3 Stunden fern, 15 Prozent sogar vier oder mehr Stunden. Die „Vielschauer“ waren überproportional häufig Afroamerikaner, Raucher und Sportallergiker. Auch hatten sie vermehrt Depressionen, Bluthochdruck und ein geringes Bildungsniveau. Wurden auch Alter, Geschlecht, Ethnie sowie das intrakranielle Volumen berücksichtigt, so ergab sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen hohem Fernsehkonsum und geringem Gesamthirnvolumen, geringem Volumen der grauen Substanz und einem reduzierten Volumen im Frontalhirn. Autor: Jörg Stanko