Schwerpunkt
Naturheilpraxis 07/2020

Fatigue – richtige Ernährung bei chronischer Müdigkeit

90 Prozent des Energiestoffwechsels findet in den Mitochondrien statt. Mitochondriale Dysfunktion, oxidativer Stress und geringgradige systemische Entzündungen (Silent Inflammation) bilden nicht nur die unheilvolle Trias bei der Entwicklung und der Progression zahlreicher altersbedingter sowie chronischer Erkrankungen, sondern begünstigen offenbar auch die permanente Müdigkeit (Fatigue). Die Vorgänge können sich gegenseitig beeinflussen und verstärken – ein Teufelskreis entsteht. Mit einem gesunden Lebensstil, vor allem mit einer vitalstoffreichen Ernährung, lässt sich oft gegensteuern.

Ein Beitrag von Heike Lück-Knobloch
Lesezeit: ca. 9 Minuten
Natalia Lisovskaya / shutterstock.com

Gemäß einer deutschen Übersichtsarbeit gibt es eine zunehmende Evidenz für eine Verbindung zwischen einem proinflammatorischen Status und dem Auftreten von Fatigue bei chronischen Erkrankungen. Der Prozentsatz von quasi gesunden, im eigenen Haushalt lebenden Erwachsenen, die unter beträchtlicher pathologischer Fatigue leiden, wird auf fast 40 Prozent geschätzt, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Klinische Studien deuten darauf hin, dass eine ausgewogene Ernährung mit ballaststoffreichen Vollkornprodukten, polyphenolreichem Gemüse und Omega-3-Fettsäure-reichen Lebensmitteln krankheitsbedingte Fatigue-Symptome verbessern kann. Omega-3-Fettsäuren und Polyphenole, z. B. Isoflavone, Epigallocatechin-Gallat (EGCG), Quercetin oder Curcumin, wirken antientzündlich und antioxidativ.

Eine antientzündliche Ernährung wie die traditionelle Mittelmeerkost, die u. a. reich an Ballaststoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Omega-3-Fettsäuren ist, beeinflusst auch das Darmmikrobiom positiv. Pathogene oder Mikroben, die eine Dysbiose verursachen, können u. a. die mitochondrialen Funktionen stören. Ballaststoffreiche Ernährungsweisen werden zudem mit einem reduzierten proinflammatorischen Ausmaß assoziiert und korrelieren ferner invers mit dem Auftreten von Fatigue. Ihre positiven Effekte gehen auf eine verbesserte Zusammensetzung des Darmmikrobioms zurück. Besonders kontinuierlich erhöhte IL-6-Konzentrationen werden als somnogener Faktor für Tagesschläfrigkeit und Fatigue vermutet. Die Beziehung von Ursache und Wirkung ist jedoch nicht klar. Führen Schlafstörungen zu einer höheren Zytokinfreisetzung, die eine Fatigue und Tagesschläfrigkeit begünstigen, oder werden Schlafstörungen durch eine vermehrte Zytokinfreisetzung induziert? Vor allem um diese Fragen beantworten zu können, sind weitere Studien unerlässlich (1).

Lesen Sie den vollen Artikel in

Naturheilpraxis 07/2020

Erschienen am 01. Juli 2020