90 Prozent des Energiestoffwechsels findet in den Mitochondrien statt. Mitochondriale Dysfunktion, oxidativer Stress und geringgradige systemische Entzündungen (Silent Inflammation) bilden nicht nur die unheilvolle Trias bei der Entwicklung und der Progression zahlreicher altersbedingter sowie chronischer Erkrankungen, sondern begünstigen offenbar auch die permanente Müdigkeit (Fatigue). Die Vorgänge können sich gegenseitig beeinflussen und verstärken – ein Teufelskreis entsteht. Mit einem gesunden Lebensstil, vor allem mit einer vitalstoffreichen Ernährung, lässt sich oft gegensteuern.

Gemäß einer deutschen Übersichtsarbeit gibt es eine zunehmende Evidenz für eine Verbindung zwischen einem proinflammatorischen Status und dem Auftreten von Fatigue bei chronischen Erkrankungen. Der Prozentsatz von quasi gesunden, im eigenen Haushalt lebenden Erwachsenen, die unter beträchtlicher pathologischer Fatigue leiden, wird auf fast 40 Prozent geschätzt, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Klinische Studien deuten darauf hin, dass eine ausgewogene Ernährung mit ballaststoffreichen Vollkornprodukten, polyphenolreichem Gemüse und Omega-3-Fettsäure-reichen Lebensmitteln krankheitsbedingte Fatigue-Symptome verbessern kann. Omega-3-Fettsäuren und Polyphenole, z. B. Isoflavone, Epigallocatechin-Gallat (EGCG), Quercetin oder Curcumin, wirken antientzündlich und antioxidativ.