Fachforum
Naturheilpraxis 06/2021

Fatigue, kognitive Beschwerden, Schlafstörungen und Schmerzen

Postvirale und onkologische Beschwerden – was kann die Vitamin-C-Infusionstherapie leisten?

Fatigue kommt nicht nur bei Krebs und nach Infektionen vor, sondern auch verstärkt bei Arthritis, Darmerkrankungen, neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose oder Parkinson und ist natürlich Leitsymptom beim chronischem Müdigkeitssyndrom (CFS, chronisches Fatigue-Syndrom).

Ein Beitrag von Claudia Vollbracht
Lesezeit: ca. 8 Minuten

Häufig wird Fatigue von Schlafstörungen, kognitiven Verlusten, depressiven Verstimmungen und Schmerzen begleitet. Sie beeinträchtigt die Lebensqualität stark und ist oftmals für Krebspatienten schwieriger zu ertragen als Schmerzen, die besser behandelbar sind.

Oxidativer Stress, eine gestörte Schlafhomöostase, mitochondriale Dysfunktion, Immunaktivierung und (Neuro-)Entzündung können sich in einem pathophysiologischen Teufelskreis bei Fatigue gegenseitig verstärken (1). Reaktive Sauerstoffverbindungen stören z. B. die Bildung und Funktion wichtiger Neurotransmitter und beeinträchtigen die Durchblutung. Vitamin C ist eines der wirksamsten physiologischen Antioxidantien, das entzündungshemmende Wirkungen zeigt, insbesondere wenn es in pharmakologischen Dosen intravenös verabreicht wird. Es ist zusammen mit den B-Vitaminen B6, B9 und B12 wichtig für die Synthese von Neurotransmittern wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin und kann eine insuffiziente Funktion der Blutgefäße wiederherstellen.

„Long-COVID“ – nicht mehr richtig auf die Beine kommen

Das Fachmagazin „The Lancet“ berichtete kürzlich von einer Studie aus Wuhan, in der 1 733 COVID-Genesene untersucht wurden. Alle wurden im vergangenen Frühjahr aufgrund eines schweren COVID-19-Verlaufs intensivpflichtig behandelt. Die Hälfte war jünger als 57 Jahre. Noch sechs Monate nach der akuten Infektion litten 63 % der eigentlich Genesenen unter Müdigkeit oder Muskelschwäche, 26 % unter Schlafstörungen und 23 % unter Angstzuständen oder Depressionen (2). Diese und weitere Symptome wie Muskel- und Gelenkschmerzen, atypische Brustschmerzen und Atembeschwerden werden mittlerweile unter dem Begriff „Long-COVID“ zusammengefasst. Es sind allerdings nicht nur hospitalisierte Patienten, die unter postviralen Beschwerden leiden, sondern auch jene mit leichteren Verläufen können von Long-COVID betroffen sein (3).