Schwerpunkt
Naturheilpraxis 04/2020

Fasziale Leitlinien im Vergleich mit anderen Heilsystemen

Bedeutung für invasive und nichtinvasive Therapien

In den letzten Jahren sind die Funktionen von Faszien immer intensiver erforscht worden. Da sie mit nahezu allen Organsystemen in direkter oder indirekter Verbindung stehen, bieten Faszien wertvolle Möglichkeiten für die Diagnostik und Therapie. Darüber hinaus deckt sich z. B. die Lokalisation der Laterallinie mit dem Verlauf des Gallenblasenmeridians der TCM und mit Strukturen anderer Heilsysteme. So können auch Ansätze anderer Methoden in die Faszienbehandlung integriert werden.

Ein Beitrag von Andreas Hiemeyer
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Faszien sind die weichteiligen Komponenten des Bindegewebes. Sie bilden Häute, Sehnen, Gelenkkapseln, durchziehen unseren Organismus und umhüllen u. a. Muskeln, Knochen, Organe und Nerven. Sie schützen anatomische Strukturen, halten den Körper in Form und unterstützen die Funktionen des Bewegungsapparates. Jüngste Forschungen zeigten, dass bei einer Ausschüttung von Stresshormonen sowohl die Faszien als auch die Muskulatur mit erhöhtem Tonus reagieren. Diese Aspekte können für den Therapieverlauf eine elementare Rolle spielen.

Wenn Faszien verkleben, entstehen Zugkräfte im Bindegewebe, die sich in verschiedene Bereiche innerhalb des Körpers fortsetzen und z. B. zu Kompressionen von Nerven, Blutgefäßen oder Lymphbahnen mit einer entsprechenden Symptomatik führen können. Dies ist vergleichbar mit einem Spinnennetz, in dem ein Tropfen Wasser auf einen Faden trifft. Der Tropfen verursacht eine Erschütterung und, da alles miteinander verbunden ist, Vibrationen im gesamten Fadengeflecht. Im menschlichen Körper ist es nicht die hungrige Spinne in der Mitte des Netzes, die die Wirkungen der Spannung als Informationen verarbeitet und entsprechende Prozesse einleitet, sondern unser Gehirn.

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Naturheilpraxis 04/2020

Erschienen am 01. April 2020