Menschen, die unter der Essstörung Binge-Eating leiden, haben eine verminderte Kontrolle über ihr Essverhalten und lassen sich daher immer wieder zu Essanfällen hinreißen. Psychotherapeutische Gruppensitzungen, die sich auf impulsives Verhalten fokussieren, könnten laut einer Therapiestudie des Universitätsklinikums Tübingen ein vielversprechender Behandlungsansatz sein. In psychotherapeutischen Sitzungen wurden die Selbstkontrollfähigkeiten der Probanden gestärkt. Sie bekamen in Gruppensitzungen Nahrungsmittel vorgesetzt, von denen sie angegeben hatten, dass sie bei ihnen am ehesten einen Essanfall auslösen, und mussten dem Drang zu essen widerstehen. Unter psychologischer Anleitung lernten die Teilnehmer bei dieser Exposition, ihr Essverlangen zu kontrollieren. Nach acht Sitzungen wurde die Gruppentherapie beendet, die Teilnehmer sollten aber noch vier Wochen lang ein Selbstbeobachtungsprotokoll führen. Eine Follow-up-Befragung nach drei Monaten ergab, dass sie ihre Essanfälle und weitere Symptome der Essstörung zunehmend reduzieren konnten. Eine Kontrollgruppe, die nur vier Wochen lang ein Selbstbeobachtungsprotokoll führen sollte, fiel hingegen wieder in alte Verhaltensmuster zurück.