Die vielseitigen und umfassenden Therapiemöglichkeiten mit Essig werden seit Jahrtausenden je nach Zeitgeist restriktiv oder offensiv genutzt. Zunächst sollen hier die historischen Hintergründe der Essigtherapie erschlossen werden, bevor wir uns im nächsten Teil den wissenschaftlichen Grundlagen und Anwendungsbeispielen widmen. Mein Ziel ist es, die Therapiemöglichkeiten, die Essig bietet, wieder mehr ins Bewusstsein zu rücken.

Die Begrifflichkeit Essig leitet sich ab aus dem Angelsächsischen ekid, das im Altenglischen zu eced, im Althochdeutschen zu ezzih und im Mittelhochdeutschen zu ezzich wurde. Entlehnt wurde es der lateinischen Sprache, in der Acetum Essig oder Weinessig bedeutet (acer = sauer, scharf, beißend). Eine andere Bezeichnung für Essig im Lateinischen ist Vinum acetum, saurer Wein. Darauf geht über Umwege auch das heutige englische Wort für Essig zurück: vinegar leitet sich vom französischen vin aigre ab, das ebenfalls saurer Wein bedeutet.