Ferdinand Sauerbruch gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Chirurgen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Viele seiner Schüler bekleideten bedeutende Lehrstühle für Chirurgie im In- und Ausland, und aus aller Welt kamen Chirurgen, um von ihm zu lernen. Berühmt wurde Sauerbruch zu seiner Zeit für die Erfindung der Unterdruckkammer, die erstmals Operationen am geöffneten Brustraum erlaubte, ohne das Risiko eines Pneumothorax. Doch das war nicht seine einzige Erfindung.

Ernst Ferdinand Sauerbruch wird am 3. Juli 1875 in Barmen geboren. Da sein Vater früh verstirbt, wächst Ferdinand bei seinem Großvater Friedrich Hammerschmidt auf, einem Schuhmachermeister. Auch seine Mutter und Tante leben mit ihm beim Großvater. Seine frühen Jugendjahre verbringt Ferdinand überwiegend in der Schuhmacherwerkstatt, in der sich die High Society edle Schuhe in Handarbeit fertigen lässt. Um seiner Mutter und seiner Tante die zeitaufwendige und in seinen Augen demütigende Arbeit des Zuknöpfens und Zuschnürens der Kundenschuhe zu erleichtern, erfindet Ferdinand mit 13 Jahren einen Druckknopf (1). Er funktioniert gut, und der Großvater lässt einige Exemplare anfertigen – allerdings wurde ein solcher Knopf schon kurz zuvor erfunden und kommt zu dieser Zeit in den Handel. So lässt sich aus dieser Erfindung zwar kein Geld schlagen, aber immerhin findet die Idee der Druckknöpfe an den Schuhen bei den Kunden großen Anklang.