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Naturheilpraxis 10/2018

Ernährungstherapie bei multipler Sklerose

Schon Hippokrates, der griechische Arzt der Antike, erkannte, dass eine gesunde Ernährung wichtig für die Gesunderhaltung und Therapie von Erkrankungen ist. Von ihm stammt die Aussage: "Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein."

Ein Beitrag von Patric Warten
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Heutzutage gilt es auch in der modernen Medizin als belegt, dass eine gezielte Auswahl von Nahrungsmitteln den Verlauf vieler Krankheiten, zum Beispiel von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, günstig beeinflussen kann. Die Ernährung hat auch einen Einfluss auf den Verlauf von chronischen Entzündungen. So kann eine antientzündliche Ernährungstherapie den Entzündungsprozess bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen reduzieren. Studien belegen dies (1). Den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen liegt ein Autoimmungeschehen zugrunde, bei dem es zu entzündlichen Reaktionen im Bereich der Gelenke kommt. Bei der multiplen Sklerose (MS) sind dies chronische Entzündungen an den Myelinhüllen der Nervenfasern des zentralen Nervensystems.

Ernährung bei MS

Arachidonsäure, die über die Nahrung aufgenommen wird, ist Ausgangsstoff für entzündungsfördernde Prostaglandine und Leukotriene. Sie kommt vorwiegend in Schweineschmalz, Fleisch (besonders Schweinefleisch), Thunfisch und anderen Lebensmitteln tierischen Ursprungs vor. In Milch und Milchprodukten ist sie nur in geringen Mengen enthalten, pflanzliche Lebensmittel sind frei davon. Arachidonsäure wird auch vom menschlichen Organismus selbst synthetisiert. Über eine vorwiegend vegetarische Ernährung, die zu einer verminderten Aufnahme von Arachidonsäure führt, kann die Entzündungsaktivität gesenkt werden. Heilfasten kann das Entzündungsgeschehen ebenfalls verbessern. Studien einer Forschungsgruppe der Berliner Charité zeigen, dass eine Fastentherapie von sieben bis zehn Tagen bei MSPatienten zu einer klinisch relevanten Verbesserung der Lebensqualität führt (2).
Die Vitamine E und C sowie Beta-Carotin (Provitamin A) und die Spurenelemente Zink und Selen wirken sich ebenfalls hemmend auf Entzündungen aus. Vitamin E wirkt der Synthese von Prostaglandinen und Leukotrienen entgegen. Besonders reich an Vitamin E sind Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Olivenöl, Walnüsse, Mandeln, Nüsse und Vollkornprodukte. Vitamin E, Vitamin C, Beta-Carotin sowie die Spurenelemente Zink und Selen wirken außerdem den Sauerstoffradikalen entgegen, die Entzündungen unterhalten. Sauerstoffradikale entstehen unter anderem durch Entzündungsprozesse, sie beschleunigen diese und schädigen aufgrund von Oxidation gesundes Gewebe, beispielsweise die Myelinhüllen. Die Vitamine und Spurenelemente, die den schädlichen Sauerstoffradikalen entgegenwirken, werden aufgrund ihrer antioxidativen Wirkung als Antioxidantien bezeichnet.

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Naturheilpraxis 10/2018

Erschienen am 01. Oktober 2018