Ein gesunder Nachtschlaf hat eine wichtige Bedeutung für die synaptische Plastizität und damit auch für die kognitive Gesundheit. Wirken sich Schlafstörungen ab ca. dem 50. Lebensjahr auf die Wahrscheinlichkeit aus, später an einer Demenz zu erkranken? Um diese Frage zu klären, wurden die Daten zur Schlafdauer von knapp 8.000 Personen (Daten sind Teil der Whitehall-II-Studie, London 1985–1988) ausgewertet. Davon entwickelten 521 Teilnehmer eine Demenz – der Beobachtungszeitraum umfasste 25 Jahre.

Für die Untersuchung galt eine durchschnittliche Schlafdauer von weniger als 7 Stunden als Kriterium für zu wenig Schlaf. Auch wenn man soziodemografische Faktoren in die Auswertung einbezieht, so ist das Ergebnis signifikant: Personen, die im Alter ab 50 Jahren regelmäßig weniger als sechs Stunden schliefen, wiesen ein um 30 Prozent erhöhtes Demenzrisiko auf. Neurodegenerative Erkrankungen sind oft mit Schlafstörungen verbunden, offensichtlich sind umgekehrt auch Schlafstörungen mit einer Demenz assoziiert.

Assoziationen zwischen einer Demenzentwicklung und langer Schlafdauer (> 9 Stunden) gab es nicht. Allerdings war die Anzahl der Langschläfer in der Whitehall-II-Kohorte sehr gering.

Quelle

idw. n.rpv.media/438