Lange Zeit wurden Patienten mit einem Leaky-Gut-Syndrom als Hypochonder abgestempelt. Mittlerweile ist bekannt, dass es sich um eine „echte“ Erkrankung und keine psychosomatische Störung handelt. Auch ist der Begriff Leaky-Gut längst in der medizinisch-wissenschaftlichen Literatur angekommen.

„Leaky-Gut“ (leaky [engl.]: undicht; gut [engl.]: Darm) bedeutet so viel wie „leckender Darm“ oder erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut. Nach einer akuten oder chronischen Darmentzündung steigt der Anteil an entzündlich wirkenden Eiweißkörpern im Darm an. Diese greifen die Darmschleimhaut an, sie wird porös und die gestörte Barriere belastet das Ökosystem Darm erheblich. Ein Teil der Darmschleimhaut wird als „Tight Junctions“ bezeichnet. Stress, Medikamente, Alkohol, Nikotin, pathogene Keime und bakterielle Toxine können die Integrität dieser Barriere stark schädigen. Nahrungsbestandteile, die normalerweise den Darm nicht verlassen, gelangen in den Körper. Die Folge können allergische Reaktionen sein. Lebensmittel, die früher gut vertragen wurden, lösen nun Beschwerden aus.