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Naturheilpraxis 06/2019

Entzündung ganz(heitlich) unter Kontrolle bringen

Antioxidative Therapien wirken gleichzeitig antientzündlich, denn ein prooxidatives Milieu ist immer auch proentzündlich. Eine antientzündliche Therapie ist nicht nur bei klassisch entzündlichen Erkrankungen wie Arthritiden und Allergien indiziert, sondern neuen Forschungsergebnissen zufolge auch eine Therapieoption bei Depressionen und Migräne. Dieser Beitrag beschäftigt sich damit, wo, wann und warum Vitamin-C-Infusionen bei chronisch entzündlichen Erkrankungen angewendet werden können.

Ein Beitrag von Claudia Vollbracht
Lesezeit: ca. 7 Minuten

Wenn eine Entzündung mehr schadet als nutzt

Die Entzündung ist die wichtigste Reaktion des Organismus, um schädigenden Reizen zu begegnen und die Voraussetzungen für Reparaturvorgänge zu schaffen. Die ureigene Aufgabe der Entzündung ist folglich Heilung. Der Körper reagiert nicht nur auf äußere Reize wie Krankheitserreger oder Fremdstoffe mit Entzündung, sondern auch auf innere Störungen. Eine Entzündung ist also eine elementare und universelle Reaktion. Problematisch wird es, wenn sie mehr schadet als nutzt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die antioxidative Kapazität des Organismus zu schwach ist, um oxidativem Stress wirkungsvoll zu begegnen. Denn jede Entzündung ist mit der Generierung von reaktiven Sauerstoffverbindungen (ROS) verknüpft.

ROS sind wichtig – aber oxidativer Stress ist schädlich

Während bei der Atmungskette ROS nur als schädliche Nebenprodukte entstehen, werden ROS bei Entzündungen aktiv von speziellen Enzymen gebildet, den sogenannten NADPH-Oxidasen. Denn ROS sind wichtige Entzündungsmediatoren. Extrazellulär helfen sie, Krankheitserreger und andere Pathogene zu beseitigen. Intrazellulär induzieren sie auf Gen-Ebene die Bildung wichtiger Entzündungsfaktoren wie TNF-alpha, Interleukinen und Histamin (s. Abb. 1). ROS-Bildung ist also natürlicher Bestandteil jeder Entzündung. Problematisch ist allerdings ein Zuviel an ROS beziehungsweise ein Zuwenig an Antioxidantien. Dann schädigen ROS gesundes Gewebe und fördern damit die erneute Infiltration von Entzündungszellen. Das Ergebnis ist ein durch oxidativen Stress getriggerter Teufelskreis aus Gewebeverletzung und Entzündung. Durchbrochen werden kann dieser pathophysiologische Vorgang durch eine hoch dosierte antioxidative Therapie, beispielsweise mit Vitamin-C-Infusionen.

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Naturheilpraxis 06/2019

Erschienen am 03. Juni 2019