Schwerpunkt
Naturheilpraxis 12/2018

Energie und Lust statt Müdigkeit und Frust

Bei Frauen und Männern

"Frauen kommen in die Jahre, Männer in das beste Alter", behaupten böse Zungen. Ganz so ist es nicht, denn auch Männer kämpfen mit dem Älterwerden – insbesondere im Zuge des "Klimakteriums virile", welches sich mit vielerlei Beschwerden äußern kann und u. a. dem Altershypogonadismus geschuldet ist. Für Frauen zeichnen sich im Zuge des Klimakteriums ebenfalls häufig weitreichende physische und psychische Veränderungen ab.

Ein Beitrag von Prof. Dr. Michaela Döll
Lesezeit: ca. 5 Minuten
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Die Anwendung von Naturextrakten ist sowohl für Frauen als auch für Männer bei hormonell bedingten Beschwerden vielfach hocheffizient und gut verträglich.

Sexuelle Unlust – Naturstoffe statt Viagra

Das Testosteronmangelsyndrom (Altershypogonadismus) umfasst eine Reihe von Beschwerden (s. Kasten), die einzeln oder auch gleichzeitig mit mehreren Symptomen auftreten können. Bei Potenzstörungen wird in der klassischen Schulmedizin hautsächlich der Wirkstoff Sildenafil (z. B. Viagra, Fa. Pfizer) eingesetzt – mit teilweise ganz erheblichen Nebenwirkungen. In der Naturheilpraxis hat sich die Gabe verschiedener Naturstoffe in diesen Fällen bewährt. Die Aminosäure L-Arginin ist die Vorstufe des gefäßrelaxierenden NO, fördert die Durchblutung und somit auch die Durchblutung des Genitaltraktes. Diverse Studien belegen eine deutliche Verbesserung der erektilen Dysfunktion unter der Anwendung von L-Arginin (1).

Ein weiterer Naturstoff – die Macawurzel (Lepidium meyenii) – macht hier ebenfalls von sich Reden, denn der „Andenginseng“, wie die Pflanze aus Südamerika auch genannt wird, gilt als natürliches Potenzmittel und wird in der peruanischen Volksheilkunde auch bei Leistungsabfall und Stimmungsschwankungen angewendet. Die Maca wurde von den Inkas bereits vor 2 000 Jahren als kräftigendes Nahrungsmittel und als Energiespender benutzt. Für die hormonaktive Wirkung werden bioaktive Pflanzeninhaltsstoffe (u. a. Glucosinolate) verantwortlich gemacht. Wissenschaftliche Studien, die in den USA durchgeführt wurden, belegen eine deutliche Steigerung der sexuellen Lust und der allgemeinen Leistungsfähigkeit (2). Auch bestehende psychische Beschwerden kann Untersuchungen zufolge der Andenginseng positiv beeinflussen. Interessant sind Daten aus südamerikanischen Studien, die auf eine verbesserte Fertilität durch Maca schließen lassen (3). Eine mehrwöchige Anwendung führte zu einer Verdopplung der Spermienanzahl. Die Studienteilnehmer berichteten von einem Anstieg des körperlichen Energiepotenzials und einer deutlich verbesserten Libido. Auch andere Studien, bei denen die Wirksamkeit der Macawurzel auf die Erektionsfähigkeit hin untersucht wurde, weisen auf eine Verbesserung bei Potenzstörungen und auf eine Zunahme der Libido hin (4). Empfehlenswert erscheint es, L-Arginin mit Macawurzel kombiniert anzuwenden. Im Präparat prostasense (Fa. Juventa) werden die beiden Wirkstoffe noch durch Coenzym Q10 ergänzt.

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Naturheilpraxis 12/2018

Erschienen am 01. Januar 2019