Fehlen Botenstoffe im Körper, geht dies meist mit Erkrankungen oder Beschwerden einher. Das gilt auch für das Endocannabinoid-System: Ein Mangel an Endocannabinoiden soll beim Reizdarmsyndrom eine Rolle spielen.

Reizdarm (synonym: Irritables Darmsyndrom (IDS), Reizdarmsyndrom, englisch: irritable bowel syndrome (IBS)) ist eine häufige Darmerkrankung, an der bis zu 20 Prozent der Bevölkerung in westlichen Ländern leiden. Betroffene berichten von Unwohlsein und Schmerzen im Bauchraum sowie Veränderungen der Entleerung, Häufigkeit und Konsistenz des Stuhls. Die Diagnose kann erst gestellt werden, wenn die ärztliche Untersuchung andere Erkrankungen des Darms, der Leber und Sorbit- oder Gluten-Unverträglichkeiten ausschließen kann. Die genauen Ursachen für das Reizdarmsyndrom sind unklar. Verschiedene Faktoren beeinflussen das Entstehen und die Prognose der Beschwerden. Dazu zählen unter anderem eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit und Bewegungsstörungen des Darms, Umwelteinflüsse, Stress, Gluten-Sensitivität, Störungen der Darmflora (Dysbiose), Medikamenteneinnahme (zum Beispiel Antibiotika), Diabetes mellitus und Regulationsstörungen des Immunsystems. Leider führt die Berücksichtigung dieser Faktoren in vielen Fällen nicht zur Beschwerdefreiheit. Einen neuen Ansatzpunkt für die Therapie des Reizdarms bietet das sogenannte Endocannabinoid-System.