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Bislang galt unser Immunsystem in erster Linie als reaktiv. Neue Erkenntnisse weisen jedoch darauf hin, dass das physiologische Immunsystem bereits antwortet, bevor ein Pathogen in den Körper gelangt. Eine Studie des Fachbereichs Biologie der Universität Hamburg deutet darauf hin, dass Personen, die mit krankheitsbezogenen ekelerregenden Videos konfrontiert werden, eine erhöhte Konzentration des Antikörpers Immunglobulin A im Speichel aufweisen. Unser physiologisches Immunsystem (PIS) wird nämlich vom Verhaltensimmunsystem (engl. behavioral immune system, BIS) unterstützt, das Menschen dazu anregt sich vor Krankheitserregern zu schützen. Das BIS hilft uns dabei, Hinweise auf Krankheitserreger wie z. B. Gerüche oder sichtbare Anzeichen einer Krankheit in unserer Umgebung zu erkennen und schützt uns durch Gefühle, die ein Vermeidungsverhalten auslösen. Die 116 Studienteilnehmer (47 männlich, 69 weiblich) betrachteten verschiedene ekelauslösende Videos, wie verdorbene Lebensmittel, verwesende Tierkadaver oder Kakerlaken. „Es zeigte sich, dass die sIgA-Konzentration bei Testpersonen nach der Stimulation – vor allem bei Videos, die Menschen mit Krankheitssymptomen zeigen – anstieg“, erklärt Judith Keller, Erstautorin der Studie und Doktorandin in der Arbeitsgruppe Neuroendokrinologie am Fachbereich Biologie der Universität Hamburg.

Quelle

Bionity. n.rpv.media/57o

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