Bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) gehören Eisenmangel und Anämie zu den häufigsten extraintestinalen Komplikationen. Eine österreichische Studie hat aufgedeckt, dass ein Zusammenhang zwischen unzureichender Eisenversorgung und psychischen Symptomen wie Depressionen und Angst bei CED-Patienten besteht. Für die Studie wurde das Blut von 98 ambulant behandelten CED-Patienten untersucht. Zudem füllten die Teilnehmer Fragebögen zu ihrem seelischen Befinden aus. Bei 35 % der Teilnehmer lag ein Eisenmangel vor (Ferritinspiegel unter 30 µg/l), bei 16 % eine Anämie (Hämoglobinwert < 12 g/dl bei Frauen bzw. < 13 g/dl bei Männern). Die Studienteilnehmer mit Eisenmangel und Anämie fühlten sich signifikant häufiger depressiv und neigten eher zu Erschöpfung. Eisen ist ein wichtiger Baustein vieler Proteine und wird für die Synthese bestimmter Neurotransmitter wie Dopamin benötigt. Außerdem beeinflusst die Eisenverfügbarkeit den aeroben Metabolismus, weshalb sich ein Eisenmangel besonders in Organen mit hohem Sauerstoffbedarf wie dem Gehirn bemerkbar macht. Ein Defizit kann daher zu neuropsychiatrischen Erkrankungen wie Depression und Fatigue führen. Bei CED-Patienten sollte der Ferritinspiegel daher routinemäßig kontrolliert werden.

Quelle

Medical Tribune. n.rpv.media/32n