Krebsforum
Naturheilpraxis 09/2018

Einsatz von Beta-Glucan in der adjuvanten Krebstherapie

Beta-Glucane werden in Japan seit Langem in der adjuvanten Krebstherapie und bei rezidivierenden Infekten eingesetzt. Schon Anfang der 1980er Jahre konnten japanische Forscher die Anti-Tumor-Aktivität von Beta-Glucan nachweisen (1), und mittlerweile liegen viele Studien vor, die eine bemerkenswerte Aktivität von Beta-Glucan gegen unterschiedlichste Tumore nachgewiesen haben, darunter Brust-, Lungen- und Darmkrebs. In Japan ist Beta-Glucan mittlerweile sogar als Krebsmittel offiziell lizenziert.

Ein Beitrag von Dr. Mathias Oldhaver
Lesezeit: ca. 7 Minuten
Jiri Hera / shutterstock.com

Beta-Glucan ist eine Art Kohlenhydrat, das Pilzen und Pflanzen in den Zellwänden als Gerüst- und Speichersubstanz dient. Chemisch ausgedrückt ist Beta-1,3/1,6-Glucan eine Verbindung von mehreren Glucose-Molekülen oder auch ein Polymer der Beta-Glucose.

Modulation des Immunsystems

Die positive Wirkung der Beta-1,3/1,6-Glucane beruht darauf, dass die Immunzellen des Körpers (Leukozyten und extravaskuläre Makrophagen) über einen spezifischen Glucanrezeptor verfügen. Daher bezeichnet man Glucane in der Forschung auch als „Biological Response Modifier“, also Immunmodulatoren. Führt man Glucane zu, so werden sie vom angeborenen Immunsystem erkannt, aktivieren die Makrophagen und versetzen sie in Alarmbereitschaft. In diesem aktivierten Zustand können die Makrophagen schnell und effizient gegen Pathogene aktiv werden. Zudem reagiert der Körper mit einer Ausschüttung von Zytokinen, die das Immunsystem modulieren und verhindern, dass es überreagiert. Glucane können so die schädigende Wirkung endogener und exogener Stressoren herabsetzen. Nach anhaltender Glucanzufuhr sind systemische und organspezifische Interaktionen möglich. Dazu gehören beispielsweise die Expression antioxidativ wirksamer Enzyme und die Erhöhung der zellulären Aktivität der Entgiftungsenzyme Glutathionperoxidase oder der Superoxiddismutase.

Wirkmechanismen in Bezug auf Krebs

Aufgrund dieser Wirkmechanismen bietet sich Beta-Glucan für die Prävention (2) und adjuvante Behandlung von Krebserkrankungen an. Studien zeigen, dass Beta-Glucan durch eine verbesserte Immunantwort ein längeres Überleben möglich machen kann (3).

Der Einsatz von Beta-Glucan bei Krebs fußt auf drei Hauptwirkbereichen:

  1. Antioxidative Wirkung: Beta-Glucan ist ein äußerst effektives Antioxidans, d. h., es aktiviert antioxidative Schutzsysteme gegen freie Radikale, die u. a. für die Krebsentstehung verantwortlich sein können.
  2. Immunmodulation: Beta-Glucan unterstützt die Aktivitäten der weißen Blutkörperchen (Makrophagen, Neutrophile, Killerzellen, T-Zellen), die Krebszellen und Erreger bekämpfen.
  3. Antientzündliche Wirkung: Beta-Glucan verstärkt die Produktion von Interferon, Interleukin-1 und -2 sowie verschiedener Zytokine, die einen Beitrag im Immunkomplex leisten und gegen Krebszellen vorgehen.

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Naturheilpraxis 09/2018

Erschienen am 01. September 2018