Beta-Glucane werden in Japan seit Langem in der adjuvanten Krebstherapie und bei rezidivierenden Infekten eingesetzt. Schon Anfang der 1980er Jahre konnten japanische Forscher die Anti-Tumor-Aktivität von Beta-Glucan nachweisen (1), und mittlerweile liegen viele Studien vor, die eine bemerkenswerte Aktivität von Beta-Glucan gegen unterschiedlichste Tumore nachgewiesen haben, darunter Brust-, Lungen- und Darmkrebs. In Japan ist Beta-Glucan mittlerweile sogar als Krebsmittel offiziell lizenziert.

Beta-Glucan ist eine Art Kohlenhydrat, das Pilzen und Pflanzen in den Zellwänden als Gerüst- und Speichersubstanz dient. Chemisch ausgedrückt ist Beta-1,3/1,6-Glucan eine Verbindung von mehreren Glucose-Molekülen oder auch ein Polymer der Beta-Glucose.

Modulation des Immunsystems

Die positive Wirkung der Beta-1,3/1,6-Glucane beruht darauf, dass die Immunzellen des Körpers (Leukozyten und extravaskuläre Makrophagen) über einen spezifischen Glucanrezeptor verfügen. Daher bezeichnet man Glucane in der Forschung auch als „Biological Response Modifier“, also Immunmodulatoren. Führt man Glucane zu, so werden sie vom angeborenen Immunsystem erkannt, aktivieren die Makrophagen und versetzen sie in Alarmbereitschaft. In diesem aktivierten Zustand können die Makrophagen schnell und effizient gegen Pathogene aktiv werden. Zudem reagiert der Körper mit einer Ausschüttung von Zytokinen, die das Immunsystem modulieren und verhindern, dass es überreagiert. Glucane können so die schädigende Wirkung endogener und exogener Stressoren herabsetzen. Nach anhaltender Glucanzufuhr sind systemische und organspezifische Interaktionen möglich. Dazu gehören beispielsweise die Expression antioxidativ wirksamer Enzyme und die Erhöhung der zellulären Aktivität der Entgiftungsenzyme Glutathionperoxidase oder der Superoxiddismutase.