Überschüssiges Cholesterin kann sich in den Arterienwänden ablagern und eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) auslösen. Diese kann wiederum eine Vielzahl weiterer Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schlaganfälle nach sich ziehen. Laut Erhebung der Weltgesundheitsorganisation zählen diese Erkrankungen zu den weltweit häufigsten Todesursachen (1). Über welche Mechanismen die Mikrobiota Einfluss auf den Cholesterinhaushalt ausübt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Cholesterin gehört zur Klasse der Steroide, ist ein polyzyklischer Alkohol und wird den Lipiden zugerechnet. Es ist jedoch, entgegen der weitverbreiteten Meinung, kein Fett. Cholesterin liegt im Organismus in zwei unterschiedlichen Formen vor: als freies Cholesterin oder verestert mit einer Fettsäure. Mit einem Anteil von etwa 70 % wird die größte Menge des Cholesterins im Körper selbst produziert (endogene Synthese). Hauptort dieser Synthese ist die Leber; geringe Mengen können aber auch von der Darmschleimhaut, der Haut und steroidhormonbildenden Drüsen synthetisiert werden. Nur ein geringer Teil des Cholesterins wird über die Nahrung aufgenommen. Da es Hauptbestandteil der tierischen Membranen ist, wird es zumeist auch über tierische Lebensmittel wie Wurst, Eier, Fisch oder auch Milch aufgenommen. Pflanzen und Pilze enthalten zwar kein Cholesterin, dafür aber ähnliche Stoffe wie Phytosterine und Mykosterine.