Fachforum
Naturheilpraxis 12/2019

Einblick, Ausblick, Überblick

Verschiedene Blickwinkel auf die Praxis der Augendiagnose – Teil 3: Augendiagnose in die Zukunft tragen

Als ich vor 35 Jahren mit der Augendiagnose in Berührung kam, war ich fasziniert von der Schönheit und Komplexität der menschlichen Iris. Diese Faszination ist bis heute geblieben. Mit der Augendiagnoseausbildung und vor allem in der eigenen Praxis lernte ich die großartigen Möglichkeiten der Augendiagnose kennen und schätzen. Manche Fragen, die aufkamen, konnten beantwortet werden, aber es bleiben Unsicherheiten. Und immer wieder stellt sich die Frage: Wie kann man die Irisbefunde in eine tragfähige klinische Diagnose übersetzen und in ein naturheilkundliches Therapiekonzept einbauen?

Ein Beitrag von Hermann Biechele
Lesezeit: ca. 7 Minuten

Viele Aspekte der Augendiagnose müssen grundsätzlich, aber auch im Kontext der medizinischen und naturwissenschaftlichen Weiterentwicklung, neu eingeordnet, bewertet und gegebenenfalls angepasst werden.

Auf dem Prüfstand: Topografie

Interessant ist, dass schon die frühen Topografien Organplätze zeigen, die auch heute noch gültig sind. Wissenschaftliche Untersuchungen zur Iridologie wurden seit 1900 durchgeführt. Mit einer Ausnahme basieren alle auf einer organotropen Sichtweise, d. h., die Betrachtung stützt sich hauptsächlich auf eine der vielen Topografien. Wenn man die früher bestehenden Unterschiede sieht und die historische Entwicklung berücksichtigt, gibt es zwischen den momentan gebräuchlichen Topografien eine große Übereinstimmung.

Prüfbedarf gibt es aber im Zusammenhang mit den unpaarigen Organen und der Seitenregel. Wo für die Leber Konsens besteht, dass sie sich in beiden Iriden zeigt (wenn auch an unterschiedlichen Plätzen), ist das für die Milz noch nicht allgemein anerkannt. Aber es gibt Hinweise und Erfahrungen, die dies unterstützen. Darüber hinaus müssen wir auch klären, ob sich möglicherweise alle Organe jeweils in beiden Iriden darstellen; wenn auch vielleicht mit Haupt- und Nebenplätzen – so wie das Josef Angerer schon mit Pankreas, Ovarien und Mammae und Rudolf Schnabel mit den Tonsillen zeigt.

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