Eine in China durchgeführte randomisierte kontrollierte Multicenterstudie mit 147 Migränepatienten ohne Aura ergab, dass sich die Zahl der migränebedingten Krankheitstage und die Häufigkeit der Migräneanfälle durch Akupunktur signifikant senken lassen. Die Patienten erhielten entweder 20 Akupunkturbehandlungen oder 20 nichtinvasive Sham-Akupunktureinheiten, bei denen nicht die klassischen Akupunkturpunkte verwendet wurden. Eine Kontrollgruppe erhielt eine übliche Betreuung, die auch den anderen Probanden angeboten wurde. Bereits nach 13 bis 16 Wochen konnte die Krankheitslast durch Akupunktur reduziert werden. Nach 17 bis 20 Wochen litten die Teilnehmer, die eine echte Akupunktur erhalten hatten, fast vier Tage weniger unter Migräne. Zudem traten weniger Attacken auf. Auch bei der Sham-Akupunktur zeigte sich ein Effekt. Die Zahl der Krankheitstage sank nach 17 bis 20 Wochen um zwei Tage, die Häufigkeit der Attacken reduzierte sich allerdings nicht so deutlich. Beide Methoden waren effektiver als die herkömmliche Betreuung der Patienten. Die Wissenschaftler sind der Ansicht, dass sich Akupunktur insbesondere dann zur Migräneprophylaxe eignet, wenn die Betroffenen eine medikamentöse Vorbeugung ablehnen oder nicht anwenden können. Autorin: Sabine Ritter