Bei früh erkrankten Typ-1-Diabetikern ist der anhaltende Glukoseüberschuss mit strukturellen Hirnveränderungen sowie kognitiven Defiziten assoziiert. Auch beim Typ-2-Diabetes bestehen klare Zusammenhänge mit nachlassenden Denkleistungen; bisher war jedoch unklar, wie es um die kognitive Leistung von Späterkrankten bestellt ist. Eine US-amerikanische Langzeitstudie zeigt, dass sowohl anhaltende Hyper- als auch akute Hypoglykämien auf lange Sicht zu kognitiven Defiziten führen und sich eine strengere glykämische Kontrolle auch noch bei Älteren lohnt. Je länger die Erkrankung besteht und je schlechter die HbA1c-Einstellung ist, desto höher ist das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen. Für die Studie wurden 6 543 Teilnehmer der seit 1987 laufenden ARIC-Langzeitstudie genauer unter die Lupe genommen und über fünf Jahre beobachtet. Rund die Hälfte von ihnen hatte zu Beobachtungsbeginn im Jahr 2011 keinen Diabetes. Die Hazard Ratio (HR) für eine Demenz betrug im Beobachtungszeitraum für die Diabetespatienten im Vergleich zu den Gesunden insgesamt 1,08, die für milde kognitive Beeinträchtigungen 1,23. Eine schlechte HbA1c-Einstellung erhöhte das Risiko auf 1,16 bzw. 1,73. Akute Hypoglykämien erhöhten das Risiko für kognitive Defizite auf lange Sicht um das 2,5-Fache.