Störungen dieser beiden ineinandergreifenden Systeme belasten alle Organe des Organismus. Sie bestehen häufig lange Zeit unbemerkt als stille Entzündung oder sind schmerzhaft spürbar, wie bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK).

„Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße.“ Dieser Satz stammt von dem berühmten Begründer der Zellularpathologie, dem deutschen Arzt Rudolf Virchow (1821–1902). Selbstverständlich sind die Belieferung der Zelle mit Sauerstoff und Nährstoffen und der An- und Abtransport von Metaboliten für einen optimalen Zellstoffwechsel von elementarer Bedeutung. Aber die Zelle ist nicht alles: Das Milieu reguliert die Zellfunktionen. Die österreichischen Ärzte Hans Eppinger (1875–1948) und Alfred Pischinger (1899–1983) führten die alte Humoralpathologie und die neue Zellularpathologie wieder zusammen. Eppinger beschreibt in seiner Permeabilitätspathologie, wie wichtig das Zusammenspiel des Funktionskomplexes Blut-Kapillarwand-Interstitium-Gewebezelle-Lymphbahn ist. Pischinger beschreibt die Transitstrecke zwischen Endstrombahn und Zelle genauer: die extrazelluläre Matrix (ECM). Sie macht ca. 30 % des Körpergewichts aus und ist damit eigentlich das größte Organ. Heine führte Pischingers Studien weiter und untersuchte die Strukturkomponenten der ECM genauer, die er als Molekularsieb beschreibt und in der zyto-, neuro- und hämohumorale Regelfunktionen ablaufen.