Fachforum
Naturheilpraxis 10/2019

Die Zystitis und ihre naturheilkundliche Begleitung

Die am häufigsten vorkommenden weiblichen Blasenstörungen sind die Blasenentzündung und die Inkontinenz. In diesem Beitrag sollen die Blasenentzündung und ihre naturheilkundliche Begleitung beschrieben werden.

Ein Beitrag von Nikolas Reichert
Lesezeit: ca. 9 Minuten
Chamaiporn Naprom /shutterstock.com

Fast jede Frau erleidet irgendwann in ihrem Leben eine Blasenentzündung mit dem Gefühl des häufigen Harndranges, dem Brennen beim Wasserlassen und den krampfartigen Schmerzen im Unterbauch. Spätestens jetzt weiß sie, wo die Blase sitzt und lernt ihr sonst so selbstverständliches und unauffälliges Funktionieren schätzen. Als dehnbares Hohlorgan fasst die Blase einen halben bis zu einen Liter Urin, macht sich aber bereits bei einer Menge von ca. 250 ml bemerkbar. Da ununterbrochen von den Nieren Harn produziert und an die Blase abgegeben wird, ist sie ein Sammelorgan, deren Entleerung sowohl einen eigenständig vegetativen als auch willentlichen Anteil hat. Dabei wird der Schließmuskel im Blasenausgang bei entspannter Beckenbodenmuskulatur willkürlich geöffnet und die Blasenmuskulatur unwillkürlich zur Entleerung veranlasst. Erst wenn dieses Gleichgewicht gestört ist, kommt es zu wahrnehmbaren und als lästig empfundenen Blasenstörungen. Bei einer Zystitis sind die Verursacher fast immer Bakterien, die aus der eigenen Umgebungsflora der Frau stammen und hier meist den Darmbakterien der Gruppe der Escherichia coli zuzuordnen sind. Über die relativ kurze Harnröhre wandern sie ein und sorgen in der Blasenschleimhaut für einen entzündlichen Reizzustand.

Auslöser und Prophylaxe

Erleichtert oder getriggert wird dieser Vorgang oft durch bestimmte Faktoren:

  • Zu geringe Trinkmenge: Mindestens 1,5 Liter am Tag sind Pflicht, damit Bakterien sich nicht schon durch zu seltene Blasenentleerungen vermehren und Reizzustände verursachen können.
  • Kälte oder Nässe: Insbesondere kalte Füße oder auch nasse Badeanzüge, die leichtfertig am Körper getragen werden, können eine Zystitis triggern.
  • Falsche Wischrichtung beim Toilettengang: Es sollte selbstverständlich sein, dass die Richtung immer „von vorn nach hinten“ lauten muss.
  • Häufiger Geschlechtsverkehr: Sexuell aktive – meist junge – Frauen haben gehäuft eine „Honeymoon-Zystitis“, bei der die eigenen Bakterien in die Harnwege transportiert werden und nicht die des Partners, wie oft vermutet wird.
  • Milieustörungen im weiblichen Unterleib: Obwohl vaginale Störkeime ganz andere sind als die der Harnwege und z. B. auch häufig Pilze umfassen, kann eine gezielte Milieupflege mit Milchsäurebakterien bzw. eine östrogenabhängige Döderlein-Flora erfahrungsgemäß positiv dazu beitragen, dass auch seltener Blasenentzündungen entstehen. In jedem Fall gehört ein gesundes Milieu zum naturheilkundlichen Grundverständnis und zur entsprechenden Ordnungstherapie.

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Naturheilpraxis 10/2019

Erschienen am 01. Oktober 2019