In den renommiertesten Fachzeitschriften erscheinen immer mehr Studien zur Vitamin-C-Hochdosistherapie. Sie bestätigen die therapeutischen Erfahrungen der letzten beiden Jahrzehnte in Deutschland. Die lange Praxiserfahrung bei der Behandlung von Vitamin-C-Mangelzuständen in Kombination mit neuen Studienergebnissen hilft, viele Fragen beispielsweise zur Kombination mit anderen naturheilkundlichen Therapien zu klären.

Chemotherapeutisches Potenzial wird intensiv untersucht

Die Vitamin-C-Infusionstherapie hat es bis in die renommierten Fachzeitschriften nature und science geschafft. Die wohl wichtigste Erkenntnis im Bereich der Onkologie: Hohe Vitamin-C-Konzentrationen wirken selektiv toxisch auf Tumorzellen. Vitamin C wirkt über die Bildung von Wasserstoffperoxid pro-oxidativ auf die Tumorzelle und induziert den programmierten Zelltod. Dies ist aber bei Weitem nicht der einzige Wirkmechanismus. Vitamin C greift in viele Stoffwechselwege ein und kann dadurch nicht nur die Tumorproliferation reduzieren, sondern auch das Metastaserisiko. Vitamin C fördert die Bildung von protektiven Faktoren wie Kollagen und reduziert andere für die Metastasierung relevante Faktoren. Es verschiebt das epigenetische Profil in Richtung Tumorsuppression (1–3). Diese Effekte werden in nichtklinischen Studien bei Vitamin-C-Konzentrationen beobachtet, die durch i.v.-Gaben von 7,5 g im Blut leicht zu erzielen sind. Das chemotherapeutische Potenzial von Vitamin C wird momentan intensiv erforscht, und es bleibt spannend, wie die Ergebnisse größerer randomisierter Studien insbesondere in Bezug auf die Dosierung und Frequenz von intravenösem Vitamin C ausfallen werden. Eine erste größere randomisierte Studie aus China infundierte wesentlich geringere Vitamin-C-Dosen, als dies bislang in Phase-I-Studien aus den USA der Fall ist, aber mit einer höheren Frequenz. Die Ergebnisse sind vielversprechend und zeigen eine deutlich verlängerte Überlebenszeit (2).