Es gibt vier Iriszeichen, die eine absolute Sonderstellung für das Verständnis der Hintergründe jeder beliebigen Krankheit bzw. Funktionsstörung des Gesamtorganismus haben. Die abgedunkelte und die enge Krausenzone haben wir in Teil 1 dieses Beitrags vorgestellt. Mit der erweiterten Krausenzone und Pigmentfarben schließen wir nun direkt an diesen ersten Teil an.

Die erweiterte (ektasierte) Krausenzone

Hier anzuwendender Lehrsatz: Nur fließende Säfte können ihre physiologischen Funktionen erfüllen, Stagnation im Säftefluss ist immer pathogen.

Die generell oder in einzelnen Sektoren auf mehr als ein Viertel der Gesamtbreite der Iris erweiterte Krausenzone ist neben Transversalen eines der iridologischen Erkennungsmerkmale der plethorischen Konstitution (siehe Bild 1 und 2). Der namensgebende Begriff Plethora bezeichnet einerseits eine pathologisch gesteigerte substanzielle Blutmenge, deren humorale Qualität kalt ist bzw. durch kakochyme Verunreinigung mit Schärfen weitere pathogene Qualitäten aufweisen kann (Plethora vera). Andererseits wird mit Plethora in der traditionellen europäischen Naturheilkunde (TEN) eine Atonie des venösen Gefäßsystems bezeichnet, die zu passiven Stauungen im venösen Rückfluss führt (Plethora spuria). Daraus resultieren im Wesentlichen zwei Pathomechanismen, die hier auf das Minimum reduziert dargestellt sind: