Fachforum
Naturheilpraxis 07/2022

Die Schilddrüse – das unterschätzte Organ

Die Schilddrüse wird in ihrer Funktion und Bedeutung für die Körpervorgänge oft unterschätzt, außer Acht gelassen oder in der klinischen Relevanz zu spät berücksichtigt. Das hängt insbesondere mit der Vielzahl ihrer hormonellen und vegetativen Steuerungsvorgänge zusammen, die eine ursächliche Zuordnung der Symptome nicht immer möglich machen. Die Behandlung der Schilddrüsen-Krankheiten fällt dagegen weniger schwer und kann mit einem klaren Therapieregime bewerkstelligt werden.

Ein Beitrag von Nikolas Reichert
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Die schmetterlingsförmige Schilddrüse befindet sich unter dem Schildknorpel des Kehlkopfes und sitzt der Luftröhre auf. Mit zwei Seitenlappen und einem Mittellappen wiegt sie bei einem Mann ca. 25 g und bei einer Frau ca. 18 g. In den Seitenlappen befinden sich auch die vier Nebenschilddrüsen, die als Bildungsstätte des Parathormons den Kalziumhaushalt ebenso regulieren wie die als Gegenspieler verstreut liegenden C-Zellen, die das Calcitonin zur Senkung des Kalziumblutspiegels produzieren.

Die eigentliche Funktion der Schilddrüse ist aber die jodabhängige Produktion und Speicherung der beiden Hormone Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4/Thyroxin), die beide nur in der freien, nicht an Eiweiß gebundenen, Form im Stoffwechsel aktiv sind. Dieser Anteil macht allerdings nur 1 % aus und unterteilt sich beim freien T4 zu freiem T3 im Verhältnis 40:1, wobei die eigentliche aktive Form das T3 darstellt und sowohl aus der Schilddrüse selbst stammt (20 %), als auch von peripheren Körperzellen aus T4 gebildet werden kann (80 %). Dieser Vorgang ist wiederum selenabhängig, was bei manchen Formen der Hypothyreose (fT3↓) eine Supplementierung dieses Spurenelementes sinnvoll machen kann.

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Naturheilpraxis 07/2022

Erschienen am 01. Juli 2022