Das Drainagesystem des Gehirns, genauer gesagt die meningealen Lymphgefäße, spielen offenbar eine entscheidende Rolle für den Verlauf der Alzheimer-Demenz und die Wirksamkeit von Behandlungen. Nur wenn dieses Drainagesystem funktioniert, können schädliche Proteinablagerungen abtransportiert werden. Das legen aktuelle Forschungen am Mausmodell nahe und vieles deutet darauf hin, dass die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind. Dies könnte laut den Forschern ein Erklärungsansatz für die widersprüchlichen Ergebnisse zur Wirkung bisheriger Alzheimer-Therapien sein, die darauf abzielen, die Plaquesablagerungen im Gehirn aufzulösen bzw. aufzubrechen. Können diese gelösten Plaques im Anschluss nicht abtransportiert werden, mindert das die Wirksamkeit erheblich. Die widersprüchlichen Ergebnisse, etwa von Antikörper-Therapien, ließen sich demnach mit Unterschieden im Lymphsystem der Patienten erklären: Bei Patienten mit weitgehend intakter Drainage zeigten sie Wirkung, bei jenen mit verstopftem „Abfluss“ blieben sie hingegen wirkungslos. Im Mausmodell hat sich dies bereits bestätigt und durch die kombinierte Gabe eines Antikörpers gegen Amyloid-Plaques und eines Wirkstoffs, der die zerebrale Lymphdrainage fördert, wurde die Wirksamkeit des Antikörpers signifikant erhöht.

Quelle

Scinexx. n.rpv.media/38v