Die Kopfhaut mit ihrer Galea aponeurotica ist als Teil der mimischen Muskulatur ein wichtiges Element für die soziale Kommunikation. Über Perforansgefäße der Schädelkalotte nimmt sie Einfluss auf die intrakraniale lymphatische Versorgung, die Schmerzentwicklung und Stressverarbeitung. Sie lässt sich relativ leicht befunden und bietet therapeutische Zugänge zu vielerlei Beschwerden.

Um es vorwegzunehmen: Auch in diesem Beitrag erfahren Sie nicht das ultimative Geheimrezept, das allen Menschen zu einem vollen Haupthaar verhilft. Es gibt allerdings einige Besonderheiten, derentwegen sich die Beschäftigung mit der Kopfhaut sehr lohnt. Wie die Gesichtshaut gehört die Epidermis des Schädels zu den wenigen Hautpartien, an denen die darunterliegende Muskulatur direkt mit ihr verbunden ist. Sie bewegen sich deshalb immer miteinander. Die untrennbare Vernetzung von Muskulatur und Haut stellt eine anatomische Besonderheit dar, denn am Rumpf und an den Extremitäten ist die Haut gegenüber der Oberflächenfaszie hingegen in aller Regel gut verschiebbar. Ohne diese Vernetzung würde uns etwas fehlen, das uns als Menschen in besonderem Maße auszeichnet: unsere Mimik. Das Anheben der Augenbrauen, das Runzeln der Stirn mit der Zornesfalte oder teilweise das Lächeln der Augen erfolgt über die Muskeln der Kopfhaut. Redewendungen wie „Leg die Ohren an – da musst du durch!“ oder „mit großen Ohren zuhören“ verweisen auf die Bewegungsmöglichkeiten der Ohren und der behaarten Kopfhaut. Sie mögen zwar vergleichsweise minimal sein, gehören aber mit zu unserer Mimik. Ohne die Muskeln und Faszien in der Kopfschwarte wären diese Bewegungen nicht möglich.