Interview
Naturheilpraxis 11/2019

Die Homöopathie in der Kritik

Die Darstellung der Homöopathie in den Medien ist häufig einseitig. Mit polarisierenden Überschriften wird Stimmung gemacht: "Hokuspokus – Geld weg! Heiler, Gurus, Scharlatane – der seltsame Boom der Alternativmedizin", "Warum nicht einfach aufhören, Zuckerkügelchen zu verschreiben?".

Ein Gespräch mit Christoph Trapp
Lesezeit: ca. 4 Minuten

In vielen Beiträgen wird ein unsachliches und polarisierendes Meinungsbild präsentiert. So mancher Journalist stellt nicht nur die Homöopathie, sondern auch die gesamte Integrative Medizin infrage. Darüber sprach Andreas Domes, Präsident der Fakom e. V., mit Christoph Trapp, dem Sprecher des Bundesverbandes Patienten für Homöopathie e. V.

Herr Trapp, wie beurteilen Sie als langjähriger Journalist die Berichterstattung über die Homöopathie in großen Medien?

Aus meiner Sicht schaden solche Beiträge dem Journalismus generell. Hier werden Meinungen des Autors oder der Redaktion als kritischer Journalismus verpackt und im gleichen Zuge die Leserinnen und Leser manipuliert. Der Autor verlässt seinen Standort als Beobachter und wird bei einem solchen Beitrag zum Beteiligten. Dies ist aber für die Leser nicht zu erkennen. Ein anderes Beispiel ist die TAZ. Auch hier agierte neulich eine federführende Skeptikerin als Hauptperson der Story, und zwar als Ärztin, nicht als Sprecherin der Anti-Homöopathie-Kampagne. Als der Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes homöopathischer Ärzte sich als Interviewpartner ins Spiel brachte, hieß es von Seiten der TAZ, man würde Lobbygruppen keinen Raum geben. Hier wird deutlich mit ungleichen Methoden gemessen und die Redaktion stellt sich auf eine Seite.

Da in der klassischen Homöopathie meist höhere Potenzen eingesetzt werden und es sich häufig um Registrierungen handelt, scheint die klassische Homöopathie zunächst einmal am besten angreifbar zu sein. Wie wir aber in anderen Ländern sehen, dehnt sich dann die Kritik schnell auf andere Verfahren, wie Komplexmittel-Homöopathie und Osteopathie, aus.

Ja, unlängst hat der leider vor kurzem verstorbene Prof. Dr. med. Peter F. Matthiessen in der Deutschen Zeitschrift für Onkologie eine von 39 Professoren unterzeichnete Stellungnahme mit dem Titel „Homöopathie und intellektuelle Redlichkeit“ veröffentlicht. Er schreibt: „Angesichts fehlender Plausibilität zu den Wirkprinzipien der Homöopathie ist es Mode geworden, deren therapeutische Wirksamkeit in Abrede zu stellen, obwohl die hierzu publizierte Evidenz für eine Wirksamkeit spricht.“ Er hat so Recht!

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Naturheilpraxis 11/2019

Erschienen am 04. November 2019