Interview
Naturheilpraxis 01/2020

Die Homöopathie auf dem Prüfstand

Wissenschaftliche Evidenz – zeitgemäß oder unreflektierter Kampfbegriff? Teil 2

Im zweiten Teil des Interviews mit Dr. Friedrich Dellmour wird die aktuelle Studienlage der Homöopathie beleuchtet. Andreas Domes, Präsident der Fakom e. V., hat mit Dr. Friedrich Dellmour, Arzt und Sachverständiger für homöopathische Arzneimittel, über interessante Fakten zum australischen Bericht gesprochen, außerdem zum von der Schweizer Regierung in Auftrag gegebenen Health Technology Assessment.

Ein Gespräch mit Dr. Friedrich Dellmour
Lesezeit: ca. 11 Minuten
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Andreas Domes (AD): Wie bewerten Sie die aktuelle Studienlage der Homöopathie aus Sicht der evidenzbasierten Medizin?

Dr. Friedrich Dellmour (FD): Evidenzbasierte Medizin ist die umfangreiche und erfahrene Auswertung aller verfügbaren relevanten Daten zu einer klinischen Fragestellung. Für die Homöopathie bedeutet das: Knapp 2 000 klinische Studien an Menschen und Tieren und 2 418 Experimente der Grundlagenforschung zeigen auffallend viele positive Ergebnisse (1). Die Wirksamkeit der Homöopathie ist in einigen Bereichen mit der Schulmedizin vergleichbar. Sogar die Wirkung von Hochpotenzen ist in vitro nachgewiesen, d. h. im Reagenzglas. Experimentelle Studien zeigen in 75 bis 90 Prozent positive Ergebnisse (2, 3).

AD: Das ist doch beachtlich! Dennoch folgen viele Journalisten dem Credo der Kritiker, dass die Wirksamkeit der Homöopathie nicht bewiesen sei oder durch Placebo-Effekte zu erklären wäre.

FD: Ja, das ist ein Credo, ein Glaube. Die Fakten sehen anders aus. Professor Robert Hahn, Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin an der Universität Linköping, hat 2013 die Studienlage der Homöopathie als Schulmediziner und unabhängiger Forscher nach den Kriterien der EBM bewertet. Seine Analyse wurde in der renommierten Fachzeitschrift „Forschende Komplementärmedizin“ veröffentlicht. Sie lautet: „Um den Schluss ziehen zu können, dass die Homöopathie einer klinischen Wirkung entbehrt, müssen 90 Prozent der vorhandenen Studien außer Acht gelassen werden.“ (4)

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Naturheilpraxis 01/2020

Erschienen am 02. Januar 2020