Im zweiten Teil des Interviews mit Dr. Friedrich Dellmour wird die aktuelle Studienlage der Homöopathie beleuchtet. Andreas Domes, Präsident der Fakom e. V., hat mit Dr. Friedrich Dellmour, Arzt und Sachverständiger für homöopathische Arzneimittel, über interessante Fakten zum australischen Bericht gesprochen, außerdem zum von der Schweizer Regierung in Auftrag gegebenen Health Technology Assessment. 

Andreas Domes (AD): Wie bewerten Sie die aktuelle Studienlage der Homöopathie aus Sicht der evidenzbasierten Medizin?

Dr. Friedrich Dellmour (FD): Evidenzbasierte Medizin ist die umfangreiche und erfahrene Auswertung aller verfügbaren relevanten Daten zu einer klinischen Fragestellung. Für die Homöopathie bedeutet das: Knapp 2 000 klinische Studien an Menschen und Tieren und 2 418 Experimente der Grundlagenforschung zeigen auffallend viele positive Ergebnisse (1). Die Wirksamkeit der Homöopathie ist in einigen Bereichen mit der Schulmedizin vergleichbar. Sogar die Wirkung von Hochpotenzen ist in vitro nachgewiesen, d. h. im Reagenzglas. Experimentelle Studien zeigen in 75 bis 90 Prozent positive Ergebnisse (2, 3).