Die Kurkuma gehört zur Familie der Ingwergewächse – Zingiberaceae – und ist in Indien und Südostasien beheimatet, wo sie seit mehr als 5 000 Jahren als heilige Pflanze verehrt wird. Sie findet ebenso lange in der traditionellen chinesischen Medizin und im Ayurveda Verwendung. Die Kurkuma verfügt über eine ganze Reihe gesundheitsfördernder Eigenschaften.

Der gelb-orangefarbene Wurzelstock der Kurkuma respektive der in ihm enthaltene Wirkstoff Curcumin spielt in der Krankheitsprävention und -behandlung eine wichtige therapeutische Rolle. Die Kurkuma vermag bei Verdauungsbeschwerden, chronischen Entzündungen und adjuvant in der Krebstherapie Erstaunliches zu leisten.

Historie

Die immunstärkende Wirkung ist seit Langem bekannt. Kurkuma wurde in der altindischen ayurvedischen Medizin schon vor über 4 000 Jahren als tonisierendes und energetisches Mittel angewendet. In der traditionellen chinesischen Medizin gilt die Chiang Huang, wie die Gelbwurz in China genannt wird, als wärmendes Mittel, das die Abwehr steigert und den Fluss der Lebensenergie Qi anregt. Sie vermag Blutstauungen zu lösen und beruhigt Nerven und Geist. Zudem regt sie den Gallenfluss an, was sich digestionsfördernd auswirkt. Die indonesische Volksmedizin nutzt die Gelbwurz zur Stärkung des Immunsystems bei Atemwegsinfektionen. Die meisten dieser Wirkungen werden auch von der westlichen Phytotherapie bestätigt.

Dioskurides und Plinius erwähnten die Gelbwurz im Vergleich zu Safran. In der Tat ersetzten die gelben Kurkumafarbstoffe den teuren Safran sehr schnell, zumal der Kurkuma zusätzlich heilende Wirkungen zugeschrieben wurden. Aus mittelalterlichen Kräuterbüchern geht hervor, dass die Gelbwurz bei Koliken, Störungen der Menses und gegen Würmer empfohlen wurde. Ihre jahrhundertelange Anwendung bei Gelbsucht, Leber- und Gallenerkrankungen entstand aus der Signaturenlehre und durch die gelbe Farbe des Wurzelstocks.

Botanisches Erscheinungsbild

Der Name Kurkuma geht auf das arabische Wort kurkum zurück, was Safran bedeutet. Im Jahre 1280 erwähnt der venezianische Händler Marco Polo die Pflanze, welche viele dem Safran ähnliche Eigenschaften besitzt. Die mehrjährige Pflanze kann bis zu einem Meter hoch werden. Der Wurzelstock, das Rhizom, ist im Inneren orangefarben bis gelbbraun und besteht aus einem eiförmigen Hauptwurzelstock, der faustgroß werden kann und zahlreiche dünne Nebenrhizome aufweist. Die Blätter sitzen dem Wurzelstock mit langen, grünen Blattscheiden direkt auf. Diese haben ein lanzettenähnliches Aussehen und weisen purpurfarbene Flecken auf. Der Blütenstand ist rötlich-purpurfarben mit hellgelben Kronenblättern.

Inhaltsstoffe und Wirkprinzip

Zu den Inhaltsstoffen der Kurkuma zählen Curcumin und zirka weitere 90 Curcuminoide, über die derzeit eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien vorliegen, aus denen die gesundheitsfördernde Wirkung der Gelbwurz hervorgeht. Weitere Ingredienzien der Gelbwurz sind

  • gelbe Farbstoffe (u. a. Curcumin),
  • ätherisches Öl mit Sesquiterpenen, z. B. Turmeron und Zingiberen,
  • Mono- und Bisdemethoxycurcumin sowie weitere Diarylheptane und -pentane,
  • die Vitamine B2, B6, C, E, K und Niacin,
  • die Mineralstoffe Magnesium, Eisen, Zink, Kalium, Kalzium, Kupfer und Mangan.

Das Curcumin wurde erstmals von zwei deutschen Wissenschaftlern, Joseph Pelletier und August Vogel, im Jahre 1815 isoliert. Curcumin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, dem eine antiphlogistische, immunaktivierende, radikalneutralisierende und die Zellalterung verlangsamende Wirkung zugeschrieben wird. Die in der Gelbwurz reichlich vorhandenen ätherischen Öle sind für zahlreiche Funktionen im Körper verantwortlich. So steigern sie beispielsweise die Salzsäure-, Pepsinogen- und Gastrinsekretion des Magens.

Sie stimulieren die physiologische Magen-Darm-Motilität und verfügen über ausgeprägte antispasmodische Eigenschaften. Ihnen werden zudem choleretische, cholekinetische, durchblutungsfördernde, karminative und bakterizide Wirkungen zugesprochen.

Die in der Gelbwurz enthaltenen B-Vitamine haben eine wichtige Bedeutung als Nervenvitamine. Ascorbinsäure und Tocopherol sind relevante Antioxidantien, und Vitamin K ist unerlässlich für den Knochenstoffwechsel. Das in der Gelbwurz vorhandene Niacin wirkt sich günstig auf den Metabolismus, die Zellteilung und den Cholesterinspiegel aus. Weitere in der Pflanze vorkommende Mineralstoffe beeinflussen den Stoffwechsel sowie Hormonhaushalt und sind wichtig für die Weiterleitung von Nervenimpulsen.

Gesicherte Wirkungen von Kurkuma

Kurkuma wurde von der Kommission E als Heilmittel bei dyspeptischen Beschwerden wie Diarrhö, Völlegefühl, Inappetenz, Übelkeit und Erbrechen anerkannt. Blähungen, Magenkrämpfe, Sodbrennen oder Aufstoßen können durch Kurkuma verhindert oder gemildert werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schreibt der Gelbwurz eine entzündungshemmende Wirkung zu. Vor allem die Anwendung bei rheumatischen Erkrankungen gilt als sehr wirksam. Schwellungen der Gelenke und Morgensteifigkeit sollen gelindert werden. Das Linus Pauling Institute in Oregon konnte in einer Studie aus dem Jahre 2012 zudem belegen, dass Curcumin das Wachstum von körpereigenen antimikrobiellen Peptiden (AMP, Abwehrpeptide) fördert, die zahlreiche Krankheitserreger bekämpfen können.

Zum Wirkspektrum der Kurkuma gehören

  • choleretische und cholekinetische,
  • cholesterinsenkende,
  • antimikrobielle,
  • analgetische,
  • antioxidative,
  • antitumorale,
  • immunmodulierende und
  • antiphlogistische

Eigenschaften, welche wahrscheinlich auf eine Hemmung der Leukotrien- und Prostaglandinsynthese zurückzuführen sind.

Steckbrief Curcuma longa (syn. Curcuma domestica) – Gelbwurz

Zingiberaceae (Ingwergewächse)

Herkunft: Tropen, Asien und Afrika

Verwendeter Pflanzenteil: Rhizoma Curcumae longae / Curcumae longae rhizoma (Kurkumawurzelstock)

Wirkstoffe: Curcumine; ätherisches Öl mit Cineol und Campher; gelbe Farbstoffe; Sesquiterpene wie Turmeron, Zingiberen u. a.

Wirkung: choleretisch, cholekinetisch; cholesterinsenkend; antiinflammatorisch; antibakteriell; antifungal; tumorhemmend; Magensaftsekretion anregend

Anwendungsgebiete: dyspeptische Beschwerden, chronische Entzündungen, rheumatische Erkrankungen, Leberschutz, chronisch-atrophische Gastritis, Innappetenz, Postcholezystektomie-Syndrom, adjuvant in der Tumortherapie

Indikation laut Monografie der Kommission E: dyspeptische Beschwerden

Mögliche Nebenwirkungen: bei Überdosierung Reizwirkung auf die Magenmukosa

Für die therapeutische Nutzung hat sich das Präparat PolyColor Curcuma 500 (Fa. NatuGena) bewährt. Es besteht aus verschiedenen polyphenolhaltigen Naturstoffen mit einem Absorptionsspektrum von 380 bis 570 Nanometern. Das Nahrungsergänzungsmittel zeichnet eine besonders hohe Bioverfügbarkeit aus, die durch das Einbringen der ursprünglichen ätherischen Öle der Kurkumawurzel erreicht wird. 

Fallbeispiele

52-jährige Patientin mit Postcholezystektomie-Syndrom

Der Patientin wurde wegen rezidivierender Gallenkoliken die Gallenblase entfernt. Seither hat sie Oberbauchbeschwerden, die mit Übelkeit, Meteorismus und Erbrechen einhergehen. Das Beschwerdebild, so berichtet die Patientin, tritt vor allem nach fetthaltigen Speisen auf und beeinträchtigt ihre Lebensqualität sehr. 

Diagnose: Postcholezystektomie-Syndrom

Verordnung: morgens und mittags je 2 Kapseln PolyColor Curcuma 500 (Fa. NatuGena)

Verlauf: Die Patientin spricht gut auf die Therapie an. Bereits nach dreiwöchiger Behandlung verspürt sie eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden und berichtet, dass sie jetzt fetthaltige Speisen besser verträgt. Bei einer weiteren Konsultation vier Wochen später ist die Patientin faktisch beschwerdefrei. Ihr wird geraten, das Präparat in gewohnter Weise weiter einzunehmen. 

48-jähriger Patient mit Gonarthrose

Der Patient ist Fliesenleger und klagt über Schmerzen im linken Knie. Er berichtet über Morgensteifigkeit und Anlaufschmerz. Der Schmerz bessere sich im Tagesverlauf, kehre jedoch gegen Abend aufgrund der Belastung wieder. Das von seinem Hausarzt verordnete Diclofenac-haltige Antirheumatikum möchte der Patient wegen der Nebenwirkungen nicht einnehmen und hat deshalb beschlossen, sich einer alternativen Therapie zu unterziehen.

Diagnose: Gonarthrose

Verordnung: morgens und mittags je 2 Kapseln PolyColor Curcuma 500 (Fa. NatuGena)

Verlauf: Der Patient spürt schon in der vierten Behandlungswoche eine Linderung seiner Beschwerden. Der morgendliche Anlaufschmerz und die gegen Abend wiederkehrenden Schmerzen haben sich reduziert. Die weitere Verlaufsbeobachtung zeigt eine stetige Besserung der arthrotischen Beschwerden. Nach viermonatiger Behandlung ist der Patient, abgesehen von geringen Residuen beschwerdefrei. Ihm wird empfohlen, das Präparat wie gewohnt weiter einzunehmen.

Fazit

Curcuma longa in Kombination mit polyphenolhaltigen Naturstoffen ist ein wertvolles Nutrazeutikum, das sich durch vielfältige Wirkungen auszeichnet. Aufgrund der antiphlogistischen Wirkung können Antirheumatika eingespart und somit deren Nebenwirkungen reduziert werden. Gegebenenfalls kann sogar ganz auf Antirheumatika verzichtet werden. Durch die antioxidative Wirkung der Gelbwurz wird die Oxidation von Cholesterin herabgesetzt und somit das Arterioskleroserisiko verringert, was sich günstig gegenüber Herz- und Hirninfarkten auswirkt. Summa summarum ist die Kurkuma sowohl im präventiven als auch im kurativen Sinne ein Remedium par excellence, das heißt eine aus der naturheilkundlich orientierten Praxis nicht wegzudenkende Heilpflanze.

Der Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit der Firma NatuGena verfasst.

Quellen

  1. Margret Wenigmann: Phytotherapie. Arzneidrogen – Phytopharmaka – Anwendung. Urban & Fischer Verlag / Elsevier GmbH 2017
  2. Dietrich Frohne, Hans Braun: Heilpflanzenlexikon. Ein Leitfaden auf wissenschaftlicher Grundlage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 7. vollständig neubearbeitete Auflage 2002
  3. Gesundheitswissen: Pflanzenheilkunde – Kurkuma. https://n.rpv.media/wv
  4. Forum Naturheilkunde: Kurkuma – das gelbe Wunder. https://n.rpv.media/ww
  5. Naturtest: Kurkuma – eine Wurzel mit vielen Wirkungen. https://n.rpv.media/wx
  6. Wikipedia: Kurkuma. https://n.rpv.media/wy