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Naturheilpraxis 05/2022

Die Artischocke: zartbittere Unterstützung für Leber und Galle

Als Delikatesse haben Artischocken vor allem in der mediterranen Küche eine lange Tradition. Doch auch phytotherapeutisch ist die distelartige Pflanze vielseitig anwendbar. Ihr Einsatzgebiet sind hauptsächlich Beschwerden des Gastrointestinaltrakts, die durch verminderten Gallenfluss oder Leberschwäche verursacht sind.

Ein Beitrag von Lilian Kura
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Firma Schoenenberger

Botanisch gehört die wärmeliebende Artischocke (Cynara scolymus) wie alle anderen Disteln zu den Korbblütlern (Asteraceae). Im ersten Vegetationsjahr bildet sie lediglich eine grundständige Rosette mit bis zu 80 cm langen, gefiederten dornigen und unterseitig graufilzig behaarten Laubblättern. Erst ab dem zweiten Jahr wächst daraus ein bis zu zwei Meter hoher holziger Stängel empor. Auf seiner Spitze reifen im Spätsommer ein bis drei faustgroße, im reifen Zustand mit violetten Röhrenblüten gekrönte, Blütenköpfe. Der fleischige Boden und die „Füllung“ der dachziegelartig angeordneten Knospenblätter werden gekocht als Gemüse verzehrt. Moderne Kultursorten sind erntefreundlicher, weil sie im Gegensatz zu ihren wild wachsenden Vorfahren kaum noch Dornen tragen.

Den arzneilich höchsten Wirkstoffgehalt findet man in den Grundrosettenblättern und der rohen Knospe der Artischocke:

  • bis zu 1,45 % Caffeoylchinasäuren, v. a. Chlorogensäure und 0,02–0,7 % Cynarin (Veresterungsprodukt, das erst bei Aufbereitung der frischen Pflanze aus 1,5-Caffeoylchinasäre entsteht)
  • bis zu 1 % Flavonoide, z. B. Luteolin-7-Glukosid, Scolymosid und Cynarosid
  • bis zu 6 % Bitterstoff-Sesquiterpenlactone (v. a. Cynaropikrin), daher Klassifizierung als Amarum: Bitterwert 11 000 (1, 8)

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Naturheilpraxis 05/2022

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Erschienen am 03. Mai 2022