Diagnose: Diabetes mellitus Typ 2. Aktuell sind bundesweit mehr als sechs Millionen Menschen betroffen, jährlich erkranken inzwischen etwa 200 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren. Täglich werden 1 000 neue Diagnosen gestellt. Für alle Patienten bedeutet die Stoffwechselkrankheit einschneidende Veränderungen in Leben und Alltag. Geschätzt einem Viertel von ihnen kommt dies einem Trauma gleich: Seelische Beschwerden mehren sich, psychiatrische Erkrankungen nehmen zu.

Wer an Diabetes mellitus erkrankt ist, dem gelingt es nicht immer, sich und sein Leben umzustellen. Patienten leiden erst unter depressiven Verstimmungen, später an Depressionen. Ihre chronische Erkrankung nehmen sie zudem als Bedrohung wahr, ihren Ängsten fühlen sie sich hilflos ausgeliefert. Sie leiden an Schuldgefühlen und empfinden sich selbst als wertlos. Stressreaktionen sind die Folge.

Psychischer Stress verändert wiederum den Stoffwechsel, was die Depression verstärkt – ein Teufelskreislauf entsteht, der es Therapeuten nicht leicht macht, den Blutzucker des Patienten richtig einzustellen. Zusätzlich erschwert wird jegliche Therapie durch den Umstand, dass depressive Patienten kaum oder gar nicht motiviert sind, Behandlungen umzusetzen, weil ihnen die Kraft dazu fehlt. Die Aussicht, dass gerade dies ihr Risiko steigert, schwere Folgeerkrankungen erleiden zu müssen, verschärft die Lage noch.