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Naturheilpraxis 06/2022

Der verlangsamte Stoffwechsel

Sie ist definiert als ein klinisches Syndrom, bei dem es infolge eines Mangels an Schilddrüsenhormonen zu einem Zustand des Hypometabolismus kommt: die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Der Stoffwechsel läuft auf allen Ebenen deutlich verlangsamt ab, der Grundumsatz ist herabgesenkt und die Leistungsfähigkeit spürbar reduziert. Ihre naturheilkundliche Therapie erfolgt mittels Organhomöopathie.

Ein Beitrag von Margret Rupprecht
Lesezeit: ca. 9 Minuten
Albina Gavrilovic / shutterstock.com

Eine primäre Schilddrüsenunterfunktion ist oft die Folge von Jodmangel oder einer autoimmun bedingten Schilddrüsenentzündung, z. B. im Rahmen von Morbus Hashimoto. Eine weitere Ursache ist die Hypothyreose als Folge einer Radiojodtherapie, nach exzessiver Jodaufnahme oder nach einer operativen Entfernung der Schilddrüse. Eine sogenannte sekundäre Schilddrüsenunterfunktion stellt sich ein infolge einer Zerstörung oder einer Insuffizienz des Hypophysenvorderlappens (HVL), wodurch die Produktion des schilddrüsenstimulierenden Hormons TSH reduziert ist. Die Schädigung von hormonproduzierendem Gewebe im HVL kann beispielsweise durch ein Adenom oder durch eine Hypophysenresektion geschehen. Liegt dagegen eine teilweise oder vollständige Hypophyseninsuffizienz vor, ist dies oft mit anderen Hormonausfällen verbunden. Eher selten ist die tertiäre Hypothyreose, deren Ursache im Hypothalamus liegt. Sie wird ausgelöst durch Läsionen des Hypothalamus bzw. durch eine unzureichende Produktion des Releasing-Hormons Thyreoliberin (TRH), das im Hypothalamus gebildet wird und im Hypophysenvorderlappen die Produktion des Hormons TSH stimuliert, welches wiederum in der Schilddrüse die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4 anregt.

Die Auslöser einer Schilddrüsenunterfunktion sind meist organischer Natur. Psychosomatische Symptome sind keine Ursache, sondern eher die Folge einer herabgesetzten Schilddrüsenaktivität. Allerdings gibt es auch Fälle, in denen alle Schilddrüsenwerte im Normbereich liegen, schulmedizinisch also keine Hypothyreose vorliegt, der Stoffwechsel aber trotzdem eher langsam arbeitet mit Neigung zu Übergewicht und einer herabgesetzten Leistungsfähigkeit. Dahinter kann manchmal ein dem Patienten nicht bewusstes Bedürfnis nach Abschottung von der Außenwelt stehen. Die Dinge des Lebens „lassen einen kalt“ als Folge einer schweren Lebensenttäuschung oder einer tief sitzenden Frustration. Gelingt es, zu dieser Frustration einen emotionalen Zugang zu bekommen und sie – in schweren Fällen mithilfe einer Psychotherapie – emotional zu verarbeiten, können auch Lebensenergie, Lebenslust und die Freude am Aktivsein zurückkehren.

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Naturheilpraxis 06/2022

Aktuelle Ausgabe
Erschienen am 01. Juni 2022