Fachforum
Naturheilpraxis 10/2020

Der Stellenwert von Coenzym Q10 (CoQ10) bei der Migräneprophylaxe

Eine vollständige Heilung dieser neurologischen Erkrankung, die mit mitochondrialer Dysfunktion in Verbindung gebracht wird, ist derzeit nicht möglich. Bei der Therapie geht es vor allem darum, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Diverse Arbeiten zeigen, dass das lipophile Antioxidans CoQ10, das zudem in die mitochondriale Elektronentransportkette (Atmungskette) involviert ist, nützlich sein kann.

Ein Beitrag von Heike Lück-Knobloch
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Die Ursachen der Migräne, die zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit zählt, sind immer noch nicht genau erforscht. Eine genetische Prädisposition soll jedenfalls eine Rolle spielen.

In Deutschland sind circa acht Millionen Menschen von der Erkrankung betroffen, die bereits im Kindesalter beginnen kann. Da sich die Prävalenz der Migräne in den Industrieländern in den letzten 40 Jahren um den Faktor zwei bis drei erhöht hat, wird angenommen, dass auch Umweltfaktoren und der Lebensstil bedeutend bei der Krankheitsgenese sind. Die Triggerfaktoren sind jedoch individuell sehr unterschiedlich und können mithilfe eines Kopfschmerztagebuchs herausgefunden werden.

Neuere Studien zeigen Assoziationen mit der kindlichen Kolik im Säuglingsalter, die auch eine Art der Migräne darstellen könnte (1). Triggerfaktoren können vor allem Stress, Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, Wetterfühligkeit, Hormonschwankungen, hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille, Hormonpräparate gegen Wechseljahresbeschwerden, bestimmte Nahrungsmittel (Schokolade, Käse), Geschmacksverstärker (Glutamat), Alkohol (v. a. Rotwein) und Kaffee sein (2).
Einige Arzneimittel, besonders Stickstoffmonoxid freisetzende, gefäßerweiternde Substanzen können ebenfalls einen Migräneanfall induzieren (1).