Fachforum
Naturheilpraxis 09/2022

Der Pupillensaum in seinen verschiedenen Ausdrucksformen

Gekürzte Fassung des Originalbeitrags vom Mai 2016

Der Pupillensaum findet meines Erachtens noch zu wenig Beachtung in der Augendiagnose. Beurteilt werden seine Struktur, Farbe und Form. Dabei werden Veränderungen des gesamten Pupillensaums dem Nervensystem und partielle Veränderungen eher dem entsprechenden Wirbelsäulensegment zugewiesen. Doch wie weit lassen sich die erstmals von Josef Angerer zusammengefassten Phänomene und ihre Deutungen (1) – auch im Hinblick auf die Psyche – in der Praxis nachvollziehen?

Ein Beitrag von Josef Karl
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Elif Demiroz / shutterstock.com

In der Literatur werden immer wieder zwei besondere Formen des Pupillensaums beschrieben:

  • Der sogenannte Neurosering, bei Angerer als Herzneurose-Ring abgebildet (1, S. 45). Die Einzelteile sind wie Ziegelsteine aneinandergereiht. Neurose- und Herzring sind nur im Einzelfall differenzierbar. Im Übrigen wird nicht selten von nervöser Schlafstörung berichtet. Ein ähnliches Bild findet sich übrigens in Hauser/Karl/Stolz (2).
  • Der Neuro- oder Neuroselappen nach Schnabel. Rudolf Schnabel dürfte als der Ältere, der Angerer gut kannte, diesen hinsichtlich des Pupillensaumes (= Pupillenrand) durchaus inspiriert haben.

Auf kein Phänomen geht Angerer so ausführlich ein wie auf den Neurolappen. Er betont die starke psychische Labilität, beschreibt auch mehrere aneinandergereihte Lappen, bleibt aber bei der diagnostischen Aussage.

In mehreren Jahrzehnten der Nachprüfung fiel mir auf,

  • dass es sich um ein seltenes Phänomen handelt,
  • beim Träger des Phänomens sich selten die psychischen Aussagen bestätigten,
  • sich andererseits bei schwer psychisch belasteten Menschen oder gar bei Psychosen kein Neurolappen zu sehen ist.

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