Fachforum
Naturheilpraxis 04/2021

Der Pilz im Darm

Alle Jahre wieder kommen zum Neujahr die guten Vorsätze einer besseren, gesünderen Ernährung. Und alle Jahre wieder stellt man nach Weihnachten fest, dass man doch wieder zu viel geschlemmt und zu viel Süßes gegessen hat. Das ist dann oft nicht nur ein Festmahl für uns selbst, sondern auch für andere Bewohner unseres Darmes.

Ein Beitrag von Michael Schlimpen
Lesezeit: ca. 9 Minuten

Eigentlich ist sie kein Pilz im engeren mikrobiologischen Sinne, die uns gerne einmal zu schaffen macht, sondern eine Hefe. Diese Hefe, in der Regel Candida albicans, kommt in allen möglichen natürlichen Lebensräumen vor, aber auch auf verschiedenen Lebensmitteln, die wir regelmäßig verzehren. Somit ist es in der Regel gar nicht zu vermeiden, dass wir Candida-Hefen in uns aufnehmen. Von daher ist es wichtig, dass die körpereigenen Schutzmechanismen gut funktionieren, damit es nicht zu einer tatsächlichen Infektion kommt. Ein wichtiges Schlüsselwort in diesem Zusammenhang nennt sich „Kolonisationsresistenz“. Damit ist im Grunde genommen gemeint, dass wir genügend eigene „gute Bakterien“ im Darm haben, die die Darmschleimhaut besiedeln und Schutzstoffe produzieren, sodass das Ansiedeln von pathogenen Keimen gehemmt wird.

Bevor man über eine mögliche Therapie spricht, sollte man sich Gedanken über die Pathogenität eines Erregers machen. Candida-Hefen werden in der schulmedizinischen und naturheilkundlichen Literatur kontrovers diskutiert – von einer eher lästigen Lappalie bis hin zum Cofaktor für Krebs und andere schwerwiegende Erkrankungen. Daher ist es hilfreich, sich das Wirken dieser Hefen etwas genauer anzusehen.