Der Atem steht sowohl mit dem Körper als auch mit der Psyche in engster Verbindung. Ein Befreien und Entwickeln des heute fast immer beladenen Atems durch die Atem- und Körperübungen eröffnet vielfältige und auch tief greifende Möglichkeiten und Perspektiven der Therapie. Nach der Nieren- und Herzatmung widmen wir uns in diesem Artikel nun der Leberatmung.

Das therapeutisch Wertvolle des Atems ist sein Wirken sowohl auf den Körper wie auch auf die Psyche und im weiteren Sinne sogar auf die Seele. Das Besondere an den hier vorgestellten Atemübungen ist, dass diese weniger die Krankheit in die Mitte stellen als vielmehr den Menschen mit seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Konkret stehen uns dafür die vier Grundformen des freien Atems zur Verfügung. Heinz Grill hat sie im Hinblick auf die Entwicklungsmöglichkeiten des Menschen in jahrzehntelanger Forschungsarbeit entwickelt und auch für die Anwendung in der therapeutischen Praxis ausgearbeitet (1, 2). Diese vier Grundformen des freien Atems beschreiben anhand zahlreicher Atem-, Körper- und Yogaübungen bildhaft das Ideal eines gesunden freien Atems, in Bezug zu einem gesunden Körper und auch einer gesunden Psyche.